Paria Canyon Guest Ranch, Utah

Hier ein Reisebericht:
R A N C H T O U R - 2 0 0 4

Paria Canyon Guest Ranch
Auf dem Weg zur Paria Canyon Guest Ranch


03.09.2004

Sedona... Habe frühs noch mal meine Mails gecheckt und dann Michelle geholfen, Möbel zu rücken. Kay und Michelle hatten alle Teppiche gereinigt und nun mussten die Möbel wieder an den angestammten Platz. Kay hatte ein Meeting und musste schon frühs los, da habe ich halt geholfen. Das war ja das Wenigste, was ich tun konnte, um mich für die nette Einquartierung zu bedanken.

Die Straße den Oak Creek Canyon hoch war immer noch so kurvenreich wie gehabt, der Aussichtspunkt entschädigte für die Mühe beim Fahren. Auf dem Weg durch die Reservation regnete es gelegentlich, dann war ich endlich in Page. Habe unterwegs immer wieder Foto-Stopps gemacht und nun war ich am frühen Nachmittag auf dem Weg nach Kanab. Genauer gesagt, auf dem Weg zur Paria Canyon Guest Ranch, die zwischen Page und Kanab liegt.

Hab' die Ranch bald gefunden, es sah alles etwas einsam und verlassen aus, aber dann bellte ein Hund und es kam jemand aus einem der Häuser. Es war Easton, der Chef. Er quartierte mich in der Staff Cabin ein und zeigte mir das Gelände. Wow, sieht super aus, so mitten in den Bergen. Die Aussicht ist einfach irre.

Habe eine kleine Foto-Session gemacht und die Pferde besucht. Zwischendurch war ein ziemlicher Sturm, genauer gesagt: Gewitter mit Sandsturm, ich habe mich hinter der Hütte mit dem Pferdefutter in Deckung gebracht, trotzdem hatte meine Digitalkamera etwas abbekommen, das Blitzlicht wollte nicht mehr aufgehen. Habe es mit Durchpusten zum Glück wieder hin bekommen! :-)

Abends bin ich zum Restaurant rüber, da gab es für nur $14 "all you can eat", mit leckerem Braten, super geräuchertem Fisch, gebackenem Huhn, allerlei Beilagen und absolut leckerem Nachtisch. Ich war etwas spät dran, die meisten Leute hatten schon gegessen und machten sich wieder auf den Heimweg. Wir waren nur noch drei Gäste, trotztem spielte ein Musiker noch ein paar nette Songs. Als ich mich dann auf den Heimweg machte wurde mir noch ein Fresspaket für's Frühstück mitgegeben.

In der Cabin habe ich Külschrank, Klimaanlage, Fernseher mit Videorecorder. Also Luxus pur. Habe mir "Being John Malkowich" rein gezogen. Interessant, aber nicht so unbedingt mein Fall.


Paria Canyon Guest Ranch, Easton


04.09.2004

Endlich wieder reiten! Easton bot mir einen kleinen Ausritt an, damit ich die Gegend ein bissel kennenlerne und auch mal seine Pferde ausprobieren kann. Aber zuerst bekam ich eine Einweisung in's ATV fahren. Wow, macht echt Spass!!! Wir sind erst mal kreuz und quer durch die Ranch gefahren und dann auf einen Berg, von dem aus man einen tollen Überblick hatte... die Ranch, die Berge ringsum, einfach herrlich...

Dann ging es zu den Pferden. Eine bunte Mischung... mehrere Braune und Füchse, Riesen-Rösser und etwas handlichere Pferde, zwei mittelgroße Schimmel und zwei kleine Appaloosas, ein Black Leopard und ein Red Roan.

Easton verpasste mir einen ziemlich großen Dunkelfuchs, der mir gut gefiel. Beim Ritt bewies er mir, dass er ein gutes Touristikpferd ist, er war bestrebt, im Trail hinter Easton zu bleiben, liess sich mit etwas Überzeugungsarbeit aber auch dazu bewegen, neben Eastons Pferd zu laufen bzw. sich selbst einen Weg zu suchen.

Am Nachmittag fuhr ich rüber zum Paria Movie Set. Wer da was Besonderes erwartet, eine tolle Film-Stadt, der wird enttäuscht, da die alte Stadt von der letzten großen Flut weg gespüt wurde. Es sind ein paar neue Gabäude da, aber die sehen noch sowas von brandneu aus und es wird eine Weile dauern, bis man das Ganze wieder als alte Westernstadt ausgeben kann.

Escalante

Wer aber super Landschaft sehen möchte, der ist beim Paria Movie Set und der alten Town Site echt gut aufgehoben. Ich habe mein Auto bei den ersten Gebäuden stehen lassen, es war mir doch zu heikel, die ganze Strecke zur alten Town Site zu fahren, da ich nicht wusste, wie die Straße beschaffen ist. Bis auf ein paar wenige Stellen wäre ich überall problemlos durch gekommen, aber das weiss man halt vorher nicht...

Also wanderte ich los... ich sah nicht wie ein Wanderer aus, mit Boots, Jeans, Cowboyhut, eher wie ein Cowgirl, dem das Pferd weggerannt ist. Und so hielten auch etliche Leute an und fragten, ob alles ok ist, als sie mich langsam das Tal entlang schlurfen sahen.

Bei der Town Site angekommen überlegte ich, ob ich in den Fluss springen sollte. Ja, der Paria River, der bei der Ranch völlig ausgetrocknte war, führte hier reichlich Wasser. Aber bevor ich zu einer Entscheidung kam wurde ich angesprochen, wo denn nun die Town Site wäre.

Ooops, das klang aber sehr nach deutschem Dialekt. Ich fragte nach und BINGO, Sebastian und Nadine waren aus Deutschland und machten eine Südwest-Tour. Sie wären fast bei der Paria Canyon Guest Ranch auf einen Ausritt angedockt, hatten aber die Pferde vom monument Valley noch in schlechter Erinnerung und fürchteten, hier auch so abgemagerte und ungepflegte Tiere zu sehen. Sie wären sicher nicht von Eastons Pferden enttäuscht gewesen, aber nun war es zu spät und sie wollten in Richtung Bryce Canyon weiter, da wäre die Fahrt zur Ranch ein arger Umweg geworden. Pech...

Wir quatschten eine Weile, dann boten sie mir an, mich mit zum Movie Set zu nehmen, wo mein Auto stand. Habe natürlich begeistert zugesagt, da es langsam aber sicher dem Abend entgegen ging. Bin dann wieder zur Ranch und die beiden sind weiter in Richtung Norden.

Easton und Kathy zauberten ein super Dinner, es gab gegrilltes Huhn.


05.09.2004

Paria Canyon Guest Ranch

Vormittags sollten drei Pärchen zum Ausritt kommen, zwei tauchten auf. Es wurde ein gemütlicher Ritt und ich bekam wieder meinen Dunkelfuchs Courbet.

Nachmittags wollte ich grad' rüber zur Ranger Station fahren, als Kaffee trinken angesagt war. Und dann kam schon der Tourbus mit Gästen von Trek America. Sie bauten ihre Zelte auf, Kathy und Norman machten die ATVs fertig, dann fuhren Easton, Kathy und ich zu den Pferden. Putzen, satteln...

Fünf Mädel wollten auf Ausritt gehen, eine davon hatte volle Panik vor dem Reiten, wollte aber unbedingt mit. Sie erzählte, dass ihre Freundin mit 13 Jahren bei einem Reitunfall gestorben ist und seitdem hat sie eigentlich absoluten Horror vor dem Reiten, will das aber in den Griff bekommen. Sie stellte sich recht gut an und hat den Ritt absolut super gemeistert.

Auch dieses Mal habe ich Courbet für den Ritt bekommen, auf eigenen Wunsch. Vielen Dank, Easton!

Es war schon spät abends, als wir wieder auf der Ranch waren. Ich habe beim Absatteln geholfen, dann sind Easton und Kathy mit in meine Cabin gekommen, Fotos anschauen. Sie waren echt begeistert.

Zum Abendessen waren wir bei den Campern eingeladen, die haben danach noch etwas Party in der Dance Hall gemacht, aber da die letzte Tour Group die Stereo-Anlage kaputt gemacht hat ist es ziemlich leise, nur mit normalem CD Player. Ach, wie schade... * grins *

Morgen fahre ich wieder nach Arizona. Habe mit Gunther telefoniert, wenn er Dienstag frei hat, dann wollen wir uns noch mal treffen, bevor ich nach Colorado fliege. Ach ja, wäre nett, wenn's klappt... Wenn nicht... Pech.


06.09.2004
Paria Canyon Guest Ranch
Ach ja, letzter Tag auf der Paria Canyon Guest Ranch. Der Abschied fällt schwer... Ich packte meine Sachen, ging duschen, dann zurück zur Cabin. Unterwegs fing mich Easton ab: "I need to talk to you." ... Oooops, wenn jemand so anfängt, dann kommt meist nixx Gutes.

Aber dem war nicht so. Easton wollte eigentlich mit mir auf der anderen Seite des Highways reiten, aber die Gäste hatten nicht die entsprechenden Kenntnisse. So blieben wir auf der Ranch-Seite. Nun wollten zwei Leute auf einen Ritt, die gut reiten. Sie hatten den Ritt über ein Package vom Hotel gebucht. Easton meinte nun, er würde mit ihnen auf der anderen Seite des Highways reiten... ob ich noch mitkommen wolle. AU JA!!!

Also wurden die Reitsachen wieder raus gekramt, dann fuhr ich mit "meinem" ATV runter zu den Paddocks, Pferde putzen und satteln. Alles war rechtzeitig fertig, dann war warten angesagt. Und wer nicht erschien, das waren die Gäste. Oooops.

Easton meinte, dass das sicher die beiden sind, die auch am Vortag eigentlich zum Reiten kommen wollten und nicht aufgetaucht sind. OK, das Reiten gehört zum Package, ob sie es dann machen oder nicht, das ist egal, das Hotel hat das Geld einkassiert. Aber zweimal die Pferde fertig machen und dann passiert nixx, das ist nicht so lustig. Besonders, wenn das Hotel den Ritt nicht zahlt, wenn die Leute nicht auf der Ranch waren. Eigentlich müsste wenigstens ein Teil des Geldes gezahlt werden, für die Arbeit, die man mit Putzen und Satteln hat.

Wir haben eine Weile gewartet, dann meinte Easton, dass wir dann halt allein los ziehen. Wow, genau, was ich gehofft hatte, noch einen Ritt, allein mit Easton. Und mit meinem Riesenross. Schade, dass Kathy, Eastons Freundin, nicht mitkommen konnte, aber da sie schwanger ist macht sie Reit-Pause. Vernünftig :-)...

Paria Canyon Guest Ranch

Wir sockten also los, Easton und ich. Auf der anderen Seite des Highways war ein tolles Tal mit vielen balanced Rocks. Easton sagte mir eine sichere Route an und dann sind wir zwei Mal richtig super galoppiert, ich vornweg, er hinterher. Mein Pferd war echt toll! Und Easton war begeistert, dass er endlich mal eine "richtige" Tour machen konnte, nicht immer nur Ausrit im Schritt.

Mittags waren wir wieder zurück. Kathy hatte Essen vorbereitet, dann machte ich mich wirklich auf den Heimweg nach Arizona. Machte an der Ranger Station Halt, um ein Buch über das Paria-Gebiet zu kaufen, dann ging es weiter über Page, Flagstaff nach Phoenix.

Unterwegs war mehrere Male ganz heftig Stau, weil es Unfälle gab. So war ich erst spät in Phoenix. Habe mich im Motel 6 eingecheckt und erst mal meine Mails beantwortet. Oooops, was sich da immer so ansammelt... Zum Glück war nichts mega-Wichtiges passiert, während der letzten Offline-Tage.

Weiteres von der Ranch Tour 2004 gibt es bei www.midnightspecial.de/ranchtour/2004.


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