Anette auf der Creek Ranch, New Mexico

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Terug van weggeweest!

Wir beginnen mal mit ein paar Impressionen vom 02.05.2016 -
dem Tag, an dem wir auf der Eisscholle zum Südpol trieben und den Pinguinen zuwinkten...

Wes Bartlett - der Held, der das Feuer erfand... ok, zumindest hat er das Holz gehackt und die Flamme entzündet.
Da darf er sich auch mal den Rücken wärmen, gelle?

Andy auf der Couch - tiefenentspannt (Ommmm!)

Andrea, Hannah und Reinhard...
man merkt, denen fehlt jetzt so ein bisserl die heiße Action.

Dann möchte ich mal ganz kurz, aber knackig, das Gehäuse zeigen. Also, Freunde des lieben Geldes (damit fühlen sich alle angesprochen!): Dies ist das Gästehaus auf der Creek Ranch von innen (und warum ich es nicht ausgiebig von außen fotografiert habe, weiß ich jetzt - ehrlichgesagt - auch nicht, denn es ist sehr fotogen!).
Es ist sehr geräumig, mit dicken Wänden, gebaut in der sogenannten Rammed Earth Block-Technik, mit hohen Decken, und rustikal-gemütlich eingerichtet. Es beherbergt mehrere Gästezimmer und -bäder, ein winziges Büro, ein allgemeines WC, eine Waschküche, eine Küche, ein Wohn- und Speisezimmer, und verfügt über eine große, überdachte Veranda, auf der auch bei warmem Wetter gerne mal gegessen wird.


Das Wohnzimmer - mit Blick zur Veranda


Wohnzimmer - nach einer kleinen Wendung nach rechts.
Auf diesen Möbeln versumpft es sich sehr angenehm - mit einem schönen Buch
oder im Gespräch mit anderen Gästen und den Ranchleuten.


Wohnzimmer - Blick nach links (im Hintergrund die Tür zu meinem Gastraum).


Hier dann der Blick mehr auf die "Bar" zwischen Wohnraum und Küche gerichtet.


Der Essbereich vor der Küche.... also der Speisesaal, so to speak! Der Blick geht dabei auf die "vordere" Veranda, die zum Betriebshof hinausführt.
Hier lässt man sich gerne zum Speisen nieder.
Das Niederlassen ist dabei noch die leichteste Übung. Aber hinterher - vollgefressen wie man ist - seinen dicken Bauch wieder hochwuchten... das ist schon eine Herausforderung.
Rechts davon sieht man "Swinging doors" - die aber jetzt wider erwarten nicht der Eingang zum Saloon, sondern in die Küche markieren.... in die wir jetzt mit den nächsten Bildern blicken.
Kommt die Frage auf: Wann gibt's Futter?

Auf jeden Fall wird erstmal ein Kerzlein entzündet - da wird es dann doch gleich so richtig heimelig.

Den Serviettenhalter aus einem ausgemusterten alten Holzsteigbügel sieht man so auch nicht alle Tage, und nicht wenige Gäste finden den so prima, dass sie ihm am liebsten gleich als Souvenir mitnehmen würden.

Ja, staunt nur... die Küchengeräte sind großenteils aus Deutschland importiert,
weil: da weiß man, was man hat!


Sieht doch alles ganz kuschelig aus, oder?


Der Flur ist der geeignete "Aufenthaltsort" für Hüte, Stiefel, Schuhe, Jacken und was der Mensch sonst noch so benötigt, wenn er das gastliche Gemäuer verlässt.


Links die Hintertüre der Küche, rechts neben dem Kühlschrank die Türen zur Waschküche und - weiter hinten - zum Büro. Und ganz hinten die Eingangstüre, von der aus man ins Haus gelangt.
Wer will schon ins Büro?
Die Feriengäste schon mal gar nicht...





... und die Hausherrinnen auch nur
bei Androhung von Waffengewalt!

Die Veranda mit dem langen Esstisch, den lustigen bunten Stühlen, dem Kiva-Kamin - und dem wundervollen Ausblick auf das neue Wohnhaus von Andy und Claudia, die Pferdekoppeln, die Reitarena - und das wunderschöne Pecos-Tal.

Abends sorgt dann eine leicht weihnachtlich anmutende Lichterkette unter den Vigas (= Dachbalken ... für die Neulinge im Südwesten) dafür, dass sich nicht wieder die - sonst eigentlich willkommenen - Fledermäuse dort einnisten. Die fressen ja leider nicht nur fleissig Insekten, sondern scheiden diese auch irgendwann wieder aus. Und darauf kann man dann eher verzichten, gelle?

Hier kann man wunderbar sitzen, die Sonne genießen und mit seinen neuen Freunden so richtig schön chillen. Und wenn man Lust dazu hat, krallt man sich eines der Wurfseile und übt mit dem Dummy draußen vor der Türe Roping. Das Metallbiest hat den Vorteil, dass es endlos geduldig ist! Auch, wenn mal wieder so ein Möchtegern-und-Auch-Cowboy sich im Seil verheddert.


Andy und Claudia bauen gerade noch an ihrem neuen Domizil. In gleicher Art und Weise errichtet wie das Gästehaus, fügt es sich nahtlos in die Landschaft ein.
Und: nein - die Bauarbeiten verursachen keinen exzessiven Lärm. Ab und zu rumpelt mal ein Fahrzeug vorbei. Ansonsten hört man eher mal ganz leise ein bisserl hispanische Musik herüberwehen. Das ist es dann auch schon.
Und da man ja den größten Teil des Tages mit dem Pferd draußen unterwegs ist, und am späten Nachmittag die Bautätigkeiten enden, nimmt man das Ganze wirklich nur marginal wahr.

Noch ist es im Bau - aber schon bald ist es bezugsfertig... nur noch wenige Wochen!


Das Morgenlicht verzaubert das ganze Pecos-Tal. Da möchte man am liebsten sofort in den Sattel und los.


Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung.... auch, wenn es am 2. Mai um diese Zeit noch richtig kalt war. Die Sonne grinste dennoch, als hätte sie im Lotto gewonnen, und die Fahrt mit dem kleinen Zwischending zwischen Golfkarren und Jeep, mit dem die Pferde von der Nachtweide geholt werden, war schon lustig. Die Pferde der Creek Ranch sind darauf konditioniert, herbeizueilen, wenn sie die ohren- betäubende Sirene hören, die auf Knopfdruck vom Golf-Jeep her ertönt. Und es ist ein wundervolles Bild, die bunte Herde herangaloppieren zu sehen.

Ab geht die wilde Luzie... dass der aufwirbelnde Staub die Morgensonne verdustert.

Brauchbare Fotos von diesem Manöver zu schießen, ist allerdings eine Herausfor- derung. Denn mal hat man die Morgensonne voll in der Linse, dann wirbelt tonnen- weise Staub auf, dann sind die Rösser viel zu schnell (oder man selbst hoffnungs- los zu tranig!) oder der Jeep erwischt aus voller Fahrt das nächste Schlagloch und man hüpft wie ein Gummiball. Was dann dabei herauskommt, ist allenfalls entartete Kunst - mit einem scharfen Photo hat es jedenfalls nix zu tun.

Dass ich armer Knirps dann nach der Heimkehr den Karren in die Garage fahren sollte, war eigentlich nicht auf meinem Programm... ich bin seeeeehr vorsichtig damit herumgeeiert, um ja nicht evt. zu heftig auf's Gaspedal zu steigen und womöglich mit Schmackes einen Crash zu bauen. Nun: ich habe jetzt wenigstens mal wieder was dazugelernt.


Der schwarze Elliot trabt eher etwas gemächlicher durch die Landschaft....


Während Palomino Sailor (genannt Mr. Ed) immer im Galopp unterwegs ist - und auch jeden Morgen der erste ist, der am Golf-Jeep ankommt (ok - auf der kleinen Ladefläche ist ja auch immer so ein bisserl was zum Knabbern, und fressen tut er halt für sein Leben gern).

Bis sie dann alle den Wagen erfolgreich überholt haben und bis zur Ranch alle fröhlich vor dem Wagen herrennen.

Die Rotfüchse und Braunen sind so ein wenig schwer auseinanderzuhalten - aber ganz rechts, das ist auf jeden Fall Dolly - sehr groß, schlappohrig und der einzige Fuchsschecke in der Herde.


Nach dem Hereinholen der Herde heißt es dann: Essen fassen.
Im Gästehaus wartet das Frühstück, dass sich aus den in Deutschland üblichen Zutaten wie Toast, Butter, Kochschinken, Käse und - bei Bedarf - Müesli sowie aus amerikanischen Elementen wie Pancakes, Waffeln, Eiern (gerührt oder gespiegelt), Hashbrowns (Rösti) und/ oder gebratenem Speck zusammensetzt.
Dazu generöse Mengen an Kaffee, Tee, O-Saft... ganz nach eigenem Gusto.

Das braucht man auch, denn nach dem Abräumen des Tisches heißt es Stiefel an, Hut (oder Helm) auf, und raus zur Pferdekoppel.


Manche Kameraden erhalten morgens (hier vor dem Sattelhaus) noch eine Extra-Portion Kraftfutter... nämlich jene, die nicht ganz rippenblank durch den Winter gekommen sind und noch ein bisserl mehr Speck ansetzen sollten.


Und richtig interessant wird es, wenn der Tierarzt mal die Herde durchcheckt. Da der gute Doc aber sehr leise murmelt, muss man schon gehörig die Lauscher spitzen, wenn man mitkriegen will, was für Diagnosen er stellt und welche Ratschläge er erteilt.


Hinterher ist der Wrangler (Wes Bartlett) dann noch geschaffter als das Ross (Boston).
Also: Siesta!


Aber dann ist doch irgendwann die Zeit für einen Ausritt gekommen. Hier ist Eure dicke Mutti vorneweg auf "Dynamite Stampede" (Spitzname: Butch) unterwegs, gefolgt von Steffi (Hank the Tank), Andrea (Whiskey), Helma (King) und Reinhard (Elliot).

Die Ritte führen mal durch ebenes Gelände - auch gerne mal durch den Rio Pecos - und mal über felsiges Terrain mit ordentlichen Kletterstellen. Das bringt Spaß und Abwechslung, ist aber nie so kriminell, dass weniger erfahrenen Reitern das Gesäß auf Grundeis geht. Und mit umsichtigen und erfahrenen Wranglern, wie hier vorneweg Wes Bartlett und hinterdrein Hannah-Melina Jansen, ist es wirklich sehr sicher. Da kann man uneingeschränkte Empfehlungen aussprechen.


Die Pferde bleiben unbeschlagen, tragen aber - wenn der Ritt in sehr felsiges Gebiet geht - vorne Hufschuhe. Die Dinger sehen komisch aus, sind auch nicht immer leicht an- und auszuziehen, aber solange es funktioniert... Rösser, die daran nicht gewöhnt sind, weil sie bisher immer Eisen trugen, staksen anfänglich auch mal herum wie der berühmte Storch im Salat. Aber nach dem Eingewöhnen klappt es auch mit diesen Pferden gut.

Herausforderungen gibt es genug. Dafür sorgt schon das Gelände. Manchmal ist es ja kinderleicht, aber es gibt da auch so die eine oder andere Stelle, wo man seinem Reittier volles Vertrauen entgegenbringen muss. Und wenn man dies tut, dann hat man wundervolle Erlebnisse. Wie schön, wenn auch ein relativer Anfänger, der sich eigentlich nicht wirklich sowas zugetraut hat, dann hinterher strahlt, als hätte er den Jackpot gewonnen und fast ungläubig zurückschaut auf die gerade gemeisterte Felsenlandschaft.


Mein kleiner Feger Ricky (Ricky's Blue Man, *2004, von Kings Ricky Blue aus der Lady Bug Tyree) geht diesen Miniabhang 'runter als ob es ebener Boden wäre...während oben Reinhard und Cloud (genannt Hippie) erstmal ein wenig zögern, ob man sich da todesmutig hinabstürzen sollte. OK, das ist nicht annähernd "The Man from Snowy River" - also: nur Mut. Wenn Cloud DAS nicht packt, ist er reif für die Chappidose.


So richtig interessant wird es aber immer erst, wenn es daran geht, Rinder zusammen zu treiben. Da legen sich Ricky und Sancho auch ins Zeug... und sind kaum noch zu bremsen, vor lauter Arbeitsfreude. Wobei Ricky ja eh eher einer von denen ist, die zum Überholen neigen. OK, er musste früher im Streckgalopp durch die Rodeoarena flitzen, wenn beim Beginn der Veranstaltung hübsche junge Damen in Showoutfits mit Flaggen in der Hand einritten. Das wirkt irgendwie nach.


Wes (Sancho), ich (Ricky) und Hannah (Johnny) halten hier die Stellung. Was die Rinder sich dabei denken, ahnen wir gottlob nicht mal. Gut, dass die nicht reden können.


Und beim Branding ist dann Showtime für die Profis. Hier schwingt Nachbar Chance sein Rope, um den nächsten "Slick" zum Brandfeuer zu ziehen.

Was immer Wes auch anzeigen möchte... wir werden es nicht erfahren. Mit helfender Hand dabei: am Rind: Dustin und Alan. Im Hintergrund: Claudia, Andy, Hannah und Daryl, der das Kastrieren übernimmt.

Und während die Damen die Spritzen für die diversen Impfungen aufziehen....




Erledigen die Herren das Brandzeichnen und Kastrieren. Innerhalb von 30 - 40 Sekunden hat das Kalb die Prozedur überstanden und kehrt, etwas genervt aber munter, zur Herde zurück.


Und wer soviel leistet, darf sich dann auch mal eine Auszeit gönnen... wie hier in Santa Fé. Helma und Steffi aus dem Westerwald, die leider nur eine (!) Woche in den USA waren, wollten natürlich gerne auch was von der Gegend sehen - und so sind wir dann zu fünft (mit Wes, der den Chauffeur mimen durfte, Hannah und mir als zusätzlichem Ballast) in die älteste Stadt der USA gefahren.


Der Gouverneurspalast, 1610 erbaut. Hier bin ich im September 1987 - lang, lang ist's her - mal Arm in Arm mit eine Conquistador zu den Klängen des Fiestamarsches während der Fiesta de Santa Fé hindurchgehopst. Und ich hatte den Eindruck, dass es vor dem Palast damals weniger rummelig zuging als heute.


Klar - essen muss der Mensch auch mal ab und zu... nur, damit man nicht vom Fleische fällt. Hier ertränkt Helma ihren Kummer im XL-Softdrink, während Hannah sich an den Tortillachips schadlos hält.
Los Magueyes liegt in einer kleinen Seitenstraße in der Altstadt, ganz in der Nähe der Plaza und das Essen ist gut und preiswert. Da kann man nicht meckern.


Ohne Mampf kein Kampf. Und schon satt, bevor der Hauptgang kommt!


Sie ist das sicherlich schönste und sehenswerteste Bauwerk in Santa Fè:
Die Basilika vom Hlg. Franziskus von Assisi.


Und was darin am meisten beeindruckt, sind die herrlichen Fenster.




Und während man im Museum was für die Bildung tun kann...


...fliegt in der Bar an der Ecke (Ebangelo's Cocktail Lounge) das Blech weg!

Wer es eher gewöhnt ist, in der Heimat sonderbare Blicke zu ernten, wenn er - mit jenseits der 35 - noch einen Tanzschuppen betritt, der wird hier erleben, wie tolerant die Amis sein können. Hannah (21) und Wes (23) waren die Babies in dem Tollhaus. Ich mit meinen 57 war immer noch auf der jüngeren Seite... denn was da abhottete, das war teilweise so zwischen 80 und scheintot.

Und Typen...!!!! Sowas sieht man selbst als karnevalsgeschädigter Rheinländer nie außerhalb der Session. Da kann man dann zwei Dinge tun: laufen gehen...oder einfach mitmachen und so tun, als ob man dazugehört. Und ja: die haben da auch Bier, was glatt auch in Deutschland verkäuflich wäre. Nicht die übliche amerikanische Brühe, die eher an homogenisierten Pferdeurin erinnert.


Wer mehr auf Rustikales steht, der wird sicherlich auch Gefallen finden an der jeden Dienstag in Clovis stattfindenen Livestock Auction. Klar, dass auch Ranchvormann Joe und Ehefrau Mitzy sowie Nachbar Darryl immer mit von der Partie sind, wenn Rinder (und ab und zu auch Pferde) zum Verkauf stehen.


Und während drinnen kräftig gefachsimpelt wird...(hier ist es Nachbar Daryl)


...warten draußen die Rinder (hier ein paar schöne Herefords) auf ihren großen -
und manchmal auch letzten - Auftritt in der Arena.


Wenn dann noch Zeit bleibt, reicht es immer für einen Abstecher zum Grab von Henry McCarthy bzw. Henry Antrim alias William H. Bonney (the Kid) in Ft. Sumner.
Wer, wie ich, besessen ist von der amerikanischen Pioniergeschichte allgemein und The Kid im besonderen... der wird hier so seine Schwierigkeiten haben mit den beiden "Museen", in denen mehr der Legende als den Fakten gehuldigt wird.
Aber man ist ja bekanntlich leidensfähig.


Dann kann man sich in Santa Rosa noch das "Blue Hole" ansehen. Kristallklares Wasser mit einer konstanten Temperatur von 18°C, nur 24m im Durchmesser, aber bis zu 40m tief und von Schwimmern und Tauchern heißgeliebt.


Wieder auf der Ranch, kann man sich mit Mitzy zusammen auf eine schöne, mehr- stündige Futtertour begeben... mit dem Feedtruck über unwegsame Pisten (es lebe der Allradantrieb), ab und zu die Sirene tuten lassen - und schon kommen die Rinder, um sich ein bisserl Zusatzfutter abzuholen. Dabei kann man dann prima überprüfen, in welchem Zustand sie sind und ob es neue Kälber gegeben hat.


So eine Kuh ist schon ein nützliches Geschöpf...von ihr kann man fast alles gebrauchen - außer dem "Muh"!


Und wenn sie klein sind, sind sie wirklich niedlich!


Um sich ein paar Ruinen auf der Ranch anzusehen, oder die schöne Landschaft, bleibt dabei natürlich immer Zeit.


Hier murmelt der Rio Pecos vorbei.


Wer klettern möchte: bitte sehr - alles machbar, Herr Nachbar.


Bei solchen Abendhimmeln fällt es einem schon schwer,
die Koffer für die Heimreise zu packen.