Carmen auf der Dryhead Schively Ranch, Montana

Es ist schon immer mein größter Wunsch gewesen, auf einer richtigen Ranch mitzureiten. Seite an Seite mit den real Cowboys. Meine Freunde erklärten mich für völlig verrückt und ich hatte echt keine Ahnung wie ich über den großen Teich kommen sollte. Ich ließ mir einen Prospekt kommen. Doch welche der vielen Ranchs ist die richtige???

Dann habe ich die "Expertin Steffi" im Internet gefunden. Sie empfahl mir nach ausführlicher Beratung die Dryhead Schively Ranch an der Grenze von Wyoming zu Montana.

Dann am 16.10.1999 ging es endlich los: eine Woche Ranchstay, eine Woche Cattle Drive. Eine ziemlich stressige Anreise wurde belohnt. Schon in Billings, der Stadt, von wo die Gäste abgeholt werden, kam ich mir vor wie im Film: Überall Pickups, Trailer mit Kühen und Pferden und überall Leute mit verstaubten Stiefeln und Cowboyhüten. Hier war ich goldrichtig.

Mittags ging es dann los zur Ranch. Ich wurde mit einigen anderen Ranchgästen von Joe Bassett, dem Besitzer der Ranch und seiner Frau Iris im Pickup abgeholt. 3 1/2 h Fahrt durch die Wildnis auf einem holprigen, steinigen Trampelpfad durch hügelige, staubige Graslandschaft. Plötzlich Wildpferde vor unserem Auto, "ganz normal" meint Iris. Wir Gäste sind begeistert ...

Nachdem wir in den urigen Bunkhouse-Betten die Nacht verbracht haben geht es so richtig los.
Pferdeeinteilung. Die Pferde sind echt Klasse man kann wechseln, muß aber nicht. Mein erster Liebling: Ace, ein wares As, ein sehr temperamentvolles Pferd, das weis wo's langgeht und mitdenkt und die 2. Woche Dillon, wunderschön und nicht so eigenwillig wie Ace.

In der ersten Woche haben wir Cattle zusammen getrieben und die Kälber von den Mamis getrennt. Dann ging es an die Schwangerschaftstests der Kühe, ob sie tragen, wann die Babys kommen...

Die 2. Woche war ziemlich anstrengend und sehr aufregend. Kühe einfangen, und 50-55 miles über atemberaubendes endloses Land treiben. Bis zu 7 h im Sattel und dann am Lagerfeuer sitzen und todmüde ins Tipi fallen und bei Coyotengeheul einschlafen... schnief.

Mein Traum wurde wahr auf der Dryhead Schively Ranch, doch leider kam dann auch der Tag der Abreise.

Mein Bild vom Matcho-Cowboy wurde vollens verwischt. Habt ihr schon mal einen richtigen Cowboy beim Geschirrspühlen beobachtet?
-----br
Die Pferde sind super, für jeden was dabei, die Leute der Dryhead Schively Ranch sind sehr nett und hilfsbereit, das Essen fand ich persönlich nicht so berauschend (wie fast überall in den USA), die Landschaft war unvorstellbar schön, unendliche Weite, Ruhe, Einsamkeit. Die Arbeit mit Kühen hat sehr viel Spaß gemacht und jetzt, da mich das Ranchfieber gepackt hat, MUSS ich wieder hin...


Ich kann diesen Urlaub auf der Dryhead Schively Ranch jedem empfehlen,
man vergißt wirklich die Zeit, doch Warnung:

SUCHTGEFAHR!!!







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