Kalle & Heike auf der La Reata Ranch, Canada

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Heike und ich sind reine Urlaubsreiter. Das heißt, wir reiten zu Hause überhaupt nicht.
Warum? Weil hier eben nicht der wilde Westen ist.

Für mich ist das unabdingabr miteinander verbunden und da sind wir diesmal auf der "La Reata Ranch" wieder voll auf unsere Kosten gekommen.
Es war mittlerweile unser fünfter Ranchurlaub auf verschiedenen Ranches und wir haben ideale Verhältnisse vorgefunden. Tolle Landschaft, tolle Pferde, tolle Unterkunft, tolle Leute usw. Meine ursprünglichen Bedenken, der Aufenthalt könnte eventuell zu deutsch sein, war völlig unbegründet.

Die Ranch wird zwar von einem Deutschen geführt, der hat sich allerdings ein klangvolles Yankee-Englisch angwöhnt, ist zum Cowboy mutiert und spricht nur im allergrößten Notfall ein paar knappe deutsche Worte - Englisch ist also Amtssprache und das ist gut so! Den Cowboyhut zieht man nur zum Duschen und zum Schlafen aus und super Country-Musik ist (außer beim Reiten) allgegenwärtig.

Man konnte morgens lange genug schlafen, 9.00 Uhr ausgiebiges tolles Frühstück, Pferde fertig machen, mehr als 6 Stunden täglich im Sattel, Lunch-Pause nicht mitgerechnet, 18.30 Uhr ausgiebiges tolles Dinner und anschließend entweder Hot-Tub oder Saloon oder am besten beides. Angenehm müde sind wir dann ins Bett gefallen und morgens ging es immer mit neuer Motivation in den nächsten Tag. Das tolle Wetter war dabei nicht ganz unwichtig, denn außerhalb der Ranch ist der Hund begraben.

Ich habe mich beim Reiten noch nie so frei gefühlt, ausgebremst wurde man allenfalls von Präriehundlöchern, die allerdings zahlreich vorhanden waren. Dafür tat der Blick über die schöne Landschaft mit Rindern und Pferden sein übriges. In der Arena wurden wir einen Tag lang auf den bevorstehenden Round up vorbereitet.

Es hat riesen Spaß gemacht mit einer Handvoll Rindern zu arbeiten (Cutting und so). Der eigentliche Round up hätte für meinen Geschmack aber abenteuerlicher ausfallen können, denn er war eigentich schon nach einem Tag beendet und die Herde war von Anfang an (zu) brav beisammen :-)
Ich glaube allderdings, daß wir immer verwöhnter werden...

Am Ende der 2 Wochen bin ich allein mit dem Wagen nach Kyle gefahren, daß das Wort "Ort" eigentlich nicht verdient. Ich wurde von den wenigen Einheimischen die mir begegneten als Fremder wahrgenommen - aber nicht als Tourist, die in dieser Gegend einfach nicht vorhanden sind, sondern als jemand der jenseits der Dirtroads aus dem Nirwana auftaucht - als Cowboy eben.
So fühlte es sich zumindest an und das ging mir runter wie öl.

Kalle und Heike





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