Gabi aus München
auf der Red Willow Ranch, Canada (BC):

... Ihr Freund bucht sie kurzentschlossen auf der "RED WILLOW RANCH" in Canada (BC) ein


Eigentlich sollte dieser Urlaub mit meinem Freund Dirk eine Rundreise durch Albert und British Columbia (mit Abstecher zum Yellowstone Park in den USA) werden - die Flüge nach Calgary waren bereits seit März 2000 gebucht, ebenso der Mietwagen. Aber erstens kommt es anders, als man zweitens denkt...
Aus beruflichen Gründen konnte Dirk dann nicht und überzeugte mich in langen Diskussionen, daß ich die Gelegenheit doch beim Schopf packten soll und mir meinen Traumurlaub "Reiten in Kanada" erfüllen soll. Auch wenn man's nicht glaubt: Ich hab' mich lange gewehrt: "Ich will nicht allein so weit weg - so lange fahren (800km einfach!) etc. "...
Aber dann hat Dirk gesiegt und ich hab über Steffi vom "Midnight Special Ranchurlaub" an die Red Willow Ranch in BC geschrieben. Am nächsten Tag war auch bereits eine e-Mail da: "Ein Zimmer ist noch frei, bitte schnell entscheiden." Dirk hat geantwortet (ich war noch nicht zu Hause) und mir später gesagt: "Du hast übrigens eine Antwort von der Red Willow Ranch bekommen, reserviert hab ich für Dich bereits." Na spitze...

23.06.00
Los ging's ab Flughafen München (geregnet hat's) mit dem Canada 3000 - Flug CMM 760 um 11.55 Uhr Richtung Calgary. Die Airline ist übrigens nur zu empfehlen: Nettes Personal vom Check-In bis zur Stewardess, gutes Essen, großer Sitzabstand.
Ankunft um 14.00 Uhr Ortszeit. Ich dachte nicht, daß das Land östlich der Rockies so flach ist!. Ich hab' mir den ersten Kanadier (im rot-weißen Cowboy-Sonntags-Outfit incl. Stetson) geschnappt und der hat mich - auf mich freundlichst einredend - zum Mietwagen-Schalter geführt. Innerhalb 15 min. hab' ich mein Auto gehabt (Pontiac Sunfire mit Standart-Ausrüstung: Klima, Tempomat, CD-Player, Zentralverriegelung ...) und bin los auf den Highway #1 Richtung Westen auf die Rockies zu. Übernachtet habe ich in CANMORE, am östlichen Eingang der Berge. ICH bin um 19.00 Uhr ins Bett gefallen und hab wie ein Stein geschlafen. Gefreut hab' ich mich wie ein Schneekönigt: Endlich werde ich die Rocky Mountains sehen, diese mächtigen, schneebedeckten, uralten Berge mit Wälder, Seen, Flüssen!!!

24.06.00
Gesehen hab ich nix: Die Wolken hingen am nächsten Morgen auf Halbmast, geregnet hat es und s..kalt war's!!! Dann halt nur fahren: Über Golden (die ersten beiden Schwarzbären direkt am Highway!), den Glacier National Park (Uhr eine Stunde nach hinten stellen!), Revelstoke nach KAMLOOPS: Hier das erste Abbiegen nach rechts und prompt beinahe in eine Mufflon-Herde gefahren, die am Stadtrand bei einer Ampel weideten: Ich hatte grün! Dann ging's auf dem "Yellowhead" Highway #5 nach Norden bis Little Ford, hier links auf den Hwy.#24 Richtung Westen auf das Fraser-Plateau - nur noch schlappe 100km! Kurz vor LONE BUTE links auf die "Scenic Road to Watch and Green Lake" und nach 8 km sah ich links das weiße Schild mit "RED WILLOW RANCH ": Endlich da, so stell' ich mir den Eingang zu einer Ranch vor!!
Also abbiegen und ... Das kann's aber nicht sein: ein einzelnes Haus, noch nicht ganz fertig, keine Pferde, kein Paddock, kein gar nichts!!!

Später haben mir Elke und Chris erklärt, daß das das Haus der Nachbarn ist. Ich hab' gar nicht angehalten und bin den Waldweg weitergefahren, in der Hoffnung, daß noch etwas anderes kommt. Und wirklich, nach 400 Metern stand ich vor einem weißen Tor! Und dahinter grün-weiße Häuser, und Autos, und ... kein Mensch zu sehen! Doch dann hat mit Peter, der auf der Ranch hilft, das Tor geöffnet und mir gesagt, dass Elke und Christian beim Paddock sind, um BUDDY zu verarzten.
???
Ich bin also hin, hab mich vorgestellt, Elke hat mir erklärt, dass BUDDY (ein Tennessee Walker) seit ca. 3 Wochen einen Satteldruck hat und deshalb täglich eine Salbe und eine Spritze mit Penicillin bekommt; die Salbe ist kein Problem, aber erklär' mal einem Pferd, daß die Spritze zwar unangenehm ist, aber hilft. Da waren in der kommenden Zeit noch einige Kämpfe zwischen BUDDY und Elke und Chris auszutragen!

Elke hat mir dann mein Zimmer gezeigt, ich hab' mein Gepäck raufgewuchtet und bin anschließend zum Paddock zurück, um beim Kampf Mensch gegen Pferd zuzuschauen. Nach dem Sieg der Menschen hat mir Chris noch die Pferde gezeigt, die während der Prozedur entweder interessiert zugeschaut haben oder irgendwo im Paddock lagen, und die dazugehörigen Namen genannt: 24 Pferde, davon z.Zt. 18 zum Reiten!

Kurz darauf kamen drei Reiter zurück und erzählten, daß irgendwo irgendwelche Kühe auf irgendwelchem Heufeld seien. Chris: "Die müssen wir einfangen - gebt der Gabi ein Pferd!" Also war ich 15 min. nach meiner Ankunft auf der Red Willow Ranch bereits im Sattel von KELI (mit vollem Namen: Keli-Sa-Ra), einer weißen, schlanken Araber-Stute und ritt mit Chris, den anderen Reiter Peter & Arlene und Doris weg, Kühe suchen. Es waren nur ein paar, aber mein erster Cattle Drive! Super, so wie man sich das vorstellt (für den Anfang zumindest!).

Außer einer 19-köpfigen Reisegruppe, die 4 Tage da bleibt, sind neben Elke und Chris und den Gästen Peter, Arlene und Doris noch Peter und Jacob als Helfer da. Peter bleibt bis Herbst, Jakob fährt am 03.07. für ein paar Tage nach Vancouver und fliegt anschließend nach Deutschland zurück. Er war seit September 1999 auf der Ranch!

25.06.00
Frühstück um 08.00 Uhr: Mein Zimmer liegt optimal, ich höre um kurz nach 07.00 Uhr das Teller-Geklappere und brauche so keinen Wecker... Zum Frühstück gibt's Cornflakes und abwechselnd Toast, Spiegeleier, Rühreier und sonstige Leckereien.

Vormittags bin ich mit Peter (auf MAC), Arlene (SHYLOW) und Doris (WHITY) auf SUNSET unterwegs. SUNSET ist ein ausgebildetes Quarter Horse, ganz leicht zu reiten und easy zu lenken. Nach dem Mittagessen (Sandwiches) habe ich dann mit TUFFY die Kutsche mit Christian, Jakob, Doris, Arlene und einigen der Gruppe begleitet. TUFFY ist eine Appaloosa-Stute (grau mit weißen Flecken auf der Kruppe), die wirklich Power hat. Sie erinnert mich an mein Pferd JJ: leicht zu halten, aber feurig. Bei TUFFY bleib ich erst mal...

Abends dann BBQ am Lagerfeuer, anschließend Kirche und gemütliches Zusammensitzen. Die Kirche läuft ganz anders ab: In der Cariboo stellen Rancher ihr Haus für die Treffen zur Verfügung. Die Nachbarn kommen und singen mit dem Priester Lieder; es wird geredet und gebetet; wer mag, kann besondere Angelegenheiten nennen, für die man dann gemeinsam betet. Wirklich schön und nicht so auf Show bedacht wie bei uns...

26.06.00
Dieser Tag war relaxed: Vormittags mit den anderen und Stefan, der gestern noch ankam (auf HANS); nachmittags waren dann noch Chris und Elke dabei.

Dafür ging's abends zur Sache: SQUARE DANCE!!!! Willy, der Caller, hat uns dabei ganz schön zum Schwitzen gebracht: Element left with your corner ( "Wo war gleich noch mal Links??? ") - Ladies in, Men saché (wie immer man das schreibt!) u.s.w. Da war das feine Gulasch vom Abendessen gleich wieder kompensiert...

27.06.00
Dieser Tag fehlt in meinen Aufzeichnungen; ich weiß nur, dass es tierisch heiß war (32 Grad Celsius) und wir deshalb nachmittags nicht geritten sind. Peter war mit Peter und Jakob beim Zaunrichten.

28.06.00
Tagesritt zum Jack Frost Lake. Christian hat auf SNOWY die Gruppe geführt, neu dabei war noch Lena auf MONI, die mit ihrer Oma Hanne, deren Freundin Conny und wiederum deren Tochter Laura für 4 Tage Zwischenstation auf der Ranch machten.
Der Weg ging über Country Land durch Wald und Wiese zum See. Ein wunderschönes Panorama! Ganz zum See konnten wir an der Stelle nicht, da es sumpfig wurde. Die Pferde wurde angebunden und wir machten uns über unsere Lunchpakete her. Nach einer Stunde Rast ging's über die Watch Lake Road wieder zurück. Das war nicht so berauschend, muß man aber auch mal gemacht haben, vor allem weil a) die Pferde mehr als verkehrstauglich sind und b) Moritz, der Hund, lieber mitten auf der Straße als am Seitenstreifen lief - er begrüßte dann auch fast jedes entgegenkommende Auto auf dessen Seite mit Schwanzwedeln - meine Nerven!!!

Abends haben wir uns dann RIO BRAVO mit John Wayne im Original angesehen: Gut, daß ich den Film schon kenne: John-Wayne-Englisch ist irgendwie ganz anders...

29.06.00
Mit der ganzen Gruppe (ich auf PETJA, einem 4jährigen Tennessee Walker - feines Pferd!) vormittags die Kühe vom großen Heufeld getrieben: Das war ein richtig großer Cattle Drive. Elke und Peter haben die linke Seite flankiert, Chris und ich die rechte (mit Unterholz!!), der Rest hat von hinten laaaaangsam die Herde vorangetrieben. PETJA war für sein junges Alter wirklich gut. Hat zwar am Anfang nicht so genau gewußt, was er mit den Kühen denn nun machen soll, aber dann hat er es ziemlich schnell überrissen. Die Herde wurde den Hauptweg entlang Richtung Ranch getrieben. Peter hat mit dem Cow Horse MAC die Gatter gesichert. Ziel war des 2. Tor an der Nordseite der Ranch. Ein super tolles Erlebnis.
Nachmittags sind wir dann den letzten Ritt für Peter, Arlene und Stefan gegangen (mit SHEBA).

30.06.00
Vormittags ein gemütlicher Ritt mit allen anderen und TUFFY.
Nachmittags bin ich mit Doris nach Williams Lake (ca. 1,5 h nördlich auf dem Hwy. 97) zur 74th Williams Lake Stampede. Ich hab so was ja schon im Fernsehen gesehen, aber live ist's der Hammer: Pony Chariot Racing (2er Gespann), Pony Chuckwagon Racing (4er Gespann), Wild Cow Milking, Mountain Racing, Ladies Barrel Racing (die können wirklich reiten!!!) tWild Horse Riding (ein Verletzter, den sie dann im Krankenwagen abtransportiert haben) Calf Roping, Team Roping, Bulls Riding.... WOW!! Super interessant.

Wieder daheim haben wir dann noch Carmen kennengelernt, die heute zum Helfen für 4 Wochen auf die Ranch gekommen ist.

01.07.00
CANADA DAY!! Kanada wird 103 Jahre alt!! Uns ist's egal, wir reiten trotzdem: Mit Elke (SAVANNAH), Doris (HANS) und mir (auf MAC, den ich jetzt bis in alle Ewigkeit, zumindest jedoch bis zu meiner Abreise, reiten werde - Sorry Peter, jetzt haben wir ein Problem: wir können leider nicht mehr zur gleichen Zeit Urlaub auf der Red Willow machen...) auf Entdeckungstour á la Elke: "Diese Lichtung kenn' ich noch nicht - laßt uns da mal hinreiten" (natürlich quer-wald-ein...).
Abends dann noch die neuen Gäste kennengelernt: Sue, eine Kanadierin mit ihren beiden Töchtern Sarah und Laura - die Kalifornier Llyod und Carol mit Tochter Tiffany und deren Freundin Shannon - Markus und Pia (zukünftig auf SHYLOW und SNOWY unterwegs), die zusammen mit Susanne (SAVANNAH) gekommen sind - Melissa aus Boston (auf SHEBA meist alleine unterwegs).

02.07.00
Vormittags auf MAC unter Führung von Chris und Elke mit der neuen Truppe den Trail #1 gegangen.
Nachmittags zusammen mit Doris, die zur Zeit HANS reitet, mit Jakob seine letzte Runde geritten: Da er ziemlich groß ist, hab' ich ihm MAC "überlassen ".

Um 17.30 Uhr bin ich dann mit MAC ein weiteres Mal raus: Carmen, die mit den vier Amerikaner unterwegs war, war noch nicht da. Wir haben dann mit Chris, Elke und Doris noch mal zu Pferd das gesamt Ranchgelände abgesucht, bis 21.00 Uhr. Anschließend mit den Autos die Strasse und endlich hat Elke mit Martin (der zusammen mit seiner Frau Heike heute aus Ohio angekommen ist) Carmen und Carol zu Fuß mit den 5 Pferden gefunden. Die anderen drei sind zu Fuß unter Llyods Führung zu einer Farm gelaufen; der Farmer hat sie dann zur Red Willow gebracht. Elke, Chris, Pia, Susanne und Heike haben dann die Pferde heimgeritten und waren um 23.30 Uhr (!!!) wieder daheim! Ausklang bis 1.30 Uhr im Living room mit Whisky - what a day!!!

03.07.00
MAC ist vorne rechts ungleichmäßig gelaufen - wahrscheinlich überanstrengt von der gestrigen Sucherei. Er ist ca. 16 Jahre, Chris vermutet, daß er früher als Cutting Horse eingesetzt wurde und von daher ein "Unwohlsein" nach längerer Beanspruchung hat. Wir haben ihm einen Tag Ruhe gegönnt, das war ihm aber anscheinend nicht recht, denn als wir nachmittags die Pferde nochmals gesattelt haben, ist er auf uns zugekommen, so als wollte er sagen: "Ich bin OK, nehmt mich mit! ".

Ich bin dann vormittags mit SNOWY, Helmut & Karin (die beiden sind gestern angekommen und reiten SUNSET & MONI) und Martin (WHITY) kurz raus. Haben dann die Kühe auf dem großen Heufeld gesehen und Chris Bescheid gegeben. Wir werden sie nach dem Mittagessen runterholen. Also noch eine kurze Runde ohne Cattle Drive...

Beim Satteln für die Nachmittagsrunde haben wir Kojoten gesehen: ca. 120m vor dem Paddock - Wahnsinn, diese Biester werden immer dreister!! Die Kühe haben sich zwischenzeitlich an den Rand des Heufeldes verzogen, so war es ein Leichtes, sie durchs nächste Gatter zu treiben (leider...)

04.07.00
Mit der großen Gruppe (neu dabei: Gabi aus Memmingen) und Chris rausgegangen. Die Kühe waren schon wieder ausgebüchst. Also zum meinem "Leidwesen" (Jaaaaaa, ich darf Kühe treiben!!!!) die Kühe durch ein Wäldchen getrieben (was MAC ganz allein macht) und wieder hinter Gitter gebracht.
Nachmittags habe ich dann mit TUFFY die Gruppe (Kanadier, Amerikaner und Gabi) auf dem Trail #1 geführt. Auf der anderen Straßenseite außerhalb des Ranchgeländes haben wir dann einen Schwarzbären entdeckt (er uns auch). Die Gruppe blieb super gelassen Einfach umgedreht und ein paar Meter zurück geritten. Dann war der Bär aber schon wieder weg, und wir sind den Weg weitergegangen (nicht ohne uns laut bemerkbar zu machen!). Das war ein wirklich toller Trail.
Abends waren wir noch zusammengesessen und haben Lieder gesungen (auch wenn es zwischendrin nicht ganz klar war, ob jeder den gleichen Song gesungen hat..).

05.07.00
Vormittags ein gemütlicher Ausritt mit Doris, Gabi und den Kanadiern. Nachmittags dann der letzte Ritt für Doris, die morgen abreisen wird. Superschöner Ausritt! Wir haben den neuen Trail hinterm See weiter ausgeritten.
Abends dann Square-Dance mit Willy und Doris als "Partner" - wieder mal SUPER!!!

06.07.00
Vormittags mit Gabi einen recht lockeren Trail gegangen. Nachmittags dann das lang erwartete Rennen KELI mit Chris gegen MAC mit mir. MAC hat gewonnen!!! War aber knapp, KELI ist tierisch schnell, hat aber den schlechteren Start erwischt. Zurück ging's dann im "dancing walk" - die Pferde wollten unbedingt noch weiter machen. Auf der Ranch hat Chris dann BENNY, dem 2jährigen Quarterhengst (dem ersten ranchgeborenen Fohlen!) die Hufe geschnitten - das war ein Kampf. Aber zum Schluß hat BENNY wohl eingesehen, dass das nicht weh tut, sondern man anschließend wieder besser laufen kann.

07.07.00
Heute morgen sind Sue und die Kinder weiter nach Prince George gefahren. Wir anderen machten einen Tagesausritt zum Jack Frost Lake mit insgesamt 14 Pferden! Carol wollte nach einer Woche auf BABE ein "etwas schnelleres Pferd" und Chris hat ihr KELI gegeben. Prompt stürzte sie auf halber Strecke zum See von KELI und prellte sich scheinbar die rechte Hüfte. Dazu kam es, als bei einer Galoppstrecke SHYLOW mit Markus nicht galoppieren wollte und deshalb Carol, Heike, Markus und ich etwas zurückfielen. Ich überholte mit MAC, um SHYLOW vielleicht doch noch zum Galopp überreden zu können und galoppierte vorweg. Nach einigen hundert Metern hielt ich an, weil die anderen trotzdem nicht kamen. Markus trabte locker-lässig mit SHYLOW an mir vorbei ( "Das Galoppieren ist nix für mich! ") und ich ging im Schritt zu Heike und Carol zurück, die - ebenfalls im Schritt - mir entgegenkamen. Heike meinte, dass ich ruhig voraus reiten könnte, sie kommt dann mit Carol hinterher. Also drehte ich mich wieder um, um der Gruppe zu folgen und Bescheid zu sagen. Plötzlich hinter mir ein "AAAAAHHHH! ", ich schaute zurück und sah KELI mit Carol oben drauf galoppieren. Carol verlor das Gleichgewicht und fiel nach rechts vom Pferd. Kurz darauf waren Heike und ich bereits bei ihr. Carol ist auf ihre rechte Hüfte gefallen und stand scheinbar unter einem leichten Schock, der aber - sobald Heike (Krankenschwester) ihr die Beine hoch lagerte - schnell wieder vorbei war. Der Rest der Gruppe war inzwischen auch wieder da und Chris kümmerte sich um Carol. Heike hat ihr für den Weiterritt WHITY angeboten und selber dann KELI geritten. Um sie noch mehr zu beruhigen, hat Chris WHITY am Rope geführt. MONI war davon zuerst überhaupt nicht begeistert, daß ihr der Schimmel so nahe am Hinterteil hinterherlief, aber es funktionierte dann doch super: Chris sah aus wie ein Cowboy mit Packpferd.
Am See haben wir eine gute Stunde Rast gemacht, Carol hat sich ausgeruht und anschließend wieder tapfer auf WHITY gesetzt. Wir sind dann den Rückweg selbstverständlich nur im Schritt gegangen: War auch mal nicht schlecht, ist nämlich tierisch anstrengend für die Pferde und die Reiter!

08.07.00
Heute morgen sind die Amerikaner abgereist. Carol geht's wieder etwas besser, die Hüfte wird sie aber sicher noch eine ganze Zeit merken... Ich bin mit Chris (SNOWY), Heike (diesmal auf PETJA), Martin (HANS), Susanne (SAVANNAH) und Gabi (TUFFY) zum Kühetreiben aufgebrochen; d.h. die Hunde FRAGGELS und MAX haben getrieben, wir sind nur hinterher und haben versucht, die Kühe wieder zu beruhigen... War aber trotzdem toll, so quer über Stock und Stein und durch den Wald.

Mittags hat's geregnet, wir sind dann hinter dem Paddock zum Bare Back Riding bzw. Martin (KELI) und Heike (PETJA) haben Barrel Racing geübt. Ich bin für kurze Zeit mal MAUDE geritten (ohne Sattel). Toll zum Sitzen, aber störrisch wie Maulesel (unterm Sattel und vor der Kutsche geht sie super). MAC hingegen kann man ohne Sattel toll reiten, er reagiert auf jede Gewichtsverlagerung. Barrel Racing kennt er scheinbar - ist spitze eng um die "Barrels" (Reifen mit Eimer oben drauf).

Abendessen gab's etwas früher, wir wollten zum Pub reiten (wie John Wayne!!!). Also haben wir um 18.00 Uhr nochmals die Pferde gesattelt und sind an der Watch Lake Road 8 km zum Iron Horse Pub in Lone Bute geritten. Wir, das waren Chris (CHICCO), Susanne (SAVANNAH), Martin (HANS), Helmut (SUNSET mit Bärenglöckchen am Sattel, bimmel-bimmel), Karin (WHITY), Gabi (TUFFY), Pia (SNOWY), Heike (KELI, die beiden haben sich nach dem Sturz so richtig gesucht und gefunden) und ich mit MAC.
Die Leute im Pub haben erst komisch geschaut, als wir über den Parkplatz geritten sind, um die Pferde an die Bäume zu binden. Und dann noch komischer als diese 9 Gestalten doch tatsächlich in den Pub gekommen sind!! Mit Hut, Mantel, Stiefel.... An der Theke Whisky... nein, dunkles Bier getrunken und mit Tequila meinen Sieg vom Donnerstag gefeiert! Um 20.20 Uhr sind wieder dann wieder raus. Die Pferde waren total relaxed und haben auf ihre "Cowboys und -girls" gewartet. Heim ging's dann bis 22.20 Uhr. War schon fast dunkel... Super Stimmung und ein wunderschöner Abend!

09.07.00
Jetzt hat's uns vollends erwischt: Es regnet ohne Ende und in Strömen! So verrückt sind wir ja auch nicht, um bei jedem Wetter auf's Pferd zu müssen. Außerdem haben die sich mittlerweile um die Ranchhäuser verteilt: wir hatten vergessen, das erste Gatter zu schließen...
Also sind wir mit zwei Autos nach Williams Lake gefahren und haben Heike und Martin zum Flughafen gebracht. Zuvor jedoch noch zum Shopping! Leider hatte "Willys Western Wear" nicht geöffnet (der hätte das Geschäft seines Lebens gemacht - dann halt nicht!). Wir haben unser Geld dann in der Mall ausgegeben.

Bei der Heimfahrt haben wir dann noch einen Weißkopfseeadler gesehen. Abends haben wir dann mit Chris Doppelkopf gespielt und ihn wachgehalten, da er um 1.30 Uhr Elke in 100-Mile-House abholen mußte. Elke war seit Dienstag in Manchester (England), ihre Tochter Ulrike hatte Graduation Day (Bachelor of Arts - mit Honours - CONGRATULATIONS!!!).

10.07.00
REGEN!! Sollten meine letzten Tage wirklich noch versumpfen??? Helmut und Karin sind heute für ein paar Tage weitergezogen, haben sich aber spontan entschieden, am Ende der Woche wieder zu kommen (wenn wieder Zimmer frei sind). Gestern sind noch James und Jane aus England eingetroffen - die beiden sind nach 100-Mile-House gefahren, um wasserdichte Kleidung zu kaufen: Eine prima Idee, wenn ich so aus dem Fenster sehe...
Wir sitzen im Living Room, spielen Karten und haben trotz Regen Fun... Jetzt hat's doch noch aufgehört: Mit Elke (PETJA), Susanne, Pia, Markus, Gabi & Melissa zum Kühe suchen - keine gefunden, dafür aber einen neuen Trail, den wir am Nachmittag weiter erkunden wollen. Mittags gab's Thunfischsalat - zum Reinlegen, sag' ich Euch!!!

Nachmittags ging Chris mit uns, James und Jane raus; wieder keine Kühe gefunden, dafür sind wir patschnaß geworden und hatten jede Menge Spaß! Pünktlich zum Wolkenaufreißen waren wir dann auch wieder an der Ranch und haben noch ein paar Sonnenstrahlen auf der Terrasse genossen.

Dann kam noch eine Riesenüberraschung für Elke und Chris: Die beiden hatten am 29.06. Hochzeitstag und haben uns das verschwiegen! Dafür mußten sie jetzt mit Tequila büßen. Das war ihnen gar nicht so unrecht. Außerdem haben sie von uns noch einen super-großen Strauß mit Red Indian Paint Brushs, Columbia Lilies, Lupine und anderem "Grünzeug" als Dankeschön für die tolle Gastfreundschaft bekommen. Der Abend war dann doch noch feuchter, als wir uns das vorgestellt haben (nicht wahr, Pia?) - aber trotzdem einer der schönsten, den ich auf der Ranch erlebt habe!

11.07.00
Der letzte Ranchtag für Pia, Susanne, Markus und mich! Schnief - aber vor dem Abreisen noch mal zum Jack Frost Lake zusammen mit Gabi, Elke und Chris. Diesmal waren wir am Club House des Snowmobilclubs - das ist eine Aussicht: direkt am See, Biberburgen, Gänse! Zuvor haben wir aber noch auf dem Ranchgelände beim "If - you - leave - property - pay - first - leave - the - horse" - Gate eine Elchkuh mit ihrem Jungen gesehen (das muß die von der Rettungsaktion sein - siehe Reisebericht von Pep und Arlene auf den City Slickers Seiten!).

Beim Heimritt (der recht rasant war....) haben wir auf dem Kahlschlag dann noch einen recht jungen Schwarzbären auf ca. 400 m gesehen ( "Wo ist die Mutter? ") - ungefähr 10 Minuten: Wir waren günstig gegen den Wind gestanden. Und wer hat natürlich keinen Fotoapparat dabei? GABI!!!

Abends gab's ein letztes BBQ - diesmal mit Cherry-Pie und Bruce, einem Freund von Elke und Chris, der Gitarre spielt und ganz super-tolle-traurige Lieder singt (aber auch super-tolle-fröhliche!!). Ein toller Abend mit tollen Freunden!

12.07.00
NEIN!!! Nach einer Woche Regen, schlechterem Wetter etc. scheint ausgerechnet heute, an meinem Abreisetag, die Sonne von einem strahlend-blauen Himmel! Ein letztes Mal die Pferde zusammen mit Susanne und Pia von der Weide reingeholt, ein letztes Frühstück...
Chris hat Pia und mir zum Abschied noch seine berühmte Blueberry- bzw. Cherry-Pie gebacken - und da soll man nicht feuchte Augen bekommen! Es war ein "schreckliches" Abschiednehmen - aber es war auch ein super-toller Urlaub!

Ich bin zusammen mit Pia, Markus und Susanne von der Ranch gefahren, wir haben uns dann an der Junction Hwy 24 getrennt: sie Richtung Westen nach Vancouver, ich Richtung Osten nach Calgary: YIHAAAA!!!

Mein Rückweg führte mich den Trans-Canada-Highway #1 wieder zurück nach Calgary. Dieses Mal hab' ich sogar die Rockies gesehen, diese mächtigen... aber das hatten wir ja schon.

Mein Rückflug mit Canada 3000 am 13.07.00 war wesentlich entspannter als der Hinflug - wenn auch mit einem kleinen Herzschmerz.

Angekommen in München bin ich dann am 14.07.00 bei strömenden Regen und 14 Grad Celsius - Welcome home!

Alles in Allem: Ein super Urlaub mit vielen netten Menschen, Pferden, Hunden, Katzen... Ich kann mich nur noch mal bei Elke und Chris bedanken!

Ich schau' sicher irgendwann wieder vorbei - bei guten Freunden...






© MSWD 2014 / Midnight Special Ranchurlaub