Daniela, Steffi & Tanja auf der Williams Family Ranch
Steffi, Tanja & Daniela auf der
Williams Family Ranch (Arizona)
und auf Tour nach Montana, 1998

Hallo Cowgirls und Cowboys...

Seit 1993 bin ich [Steffi] regelmäßig auf Ranch-Urlaub in USA... Hier möchte ich Euch berichten, wie es bei meinem ersten Urlaub auf der Williams Family Ranch war. Und in Kurzfassung gibt es dann die weiteren Reise-Erlebnisse...

Im Herbst 1997 fing ich mit der Planung für meine 1998er USA-Reise an. Texas war in der Überlegung... und Arizona. Enden sollte die Reise - wie immer - in Montana, wo ich 2 Wochen auf der Schively Ranch verbringen wollte.

Nachdem die meisten Arizona-Ranches aus Kostengründen ($1000 und mehr pro Woche) nicht für uns in Betracht kamen fand ich durch Zufall eine kleine Anzeige einer Working Cattle Ranch in der Nähe von Wickenburg. Nachdem ich mit zwei deutschen Stammgästen telefoniert hatte und auch mit Carrol, der Rancherin, gesprochen hatte stand für uns fest: unser USA-Urlaub 1998 beginnt in Arizona, auf der Williams Family Ranch.

Tanja & Daniela auf der Williams Family Ranch Wir, das waren Tanja, mit der ich 1995 Montana unsicher gemacht hatte und mit der ich auf einigen von mir organisierten Wanderritten unterwegs war, Daniela, mit der ich gelegentlich auf kleinere Ausritte gehe und ich, schwerst "Amerikanitis-infiziert".

Wie immer übernahm ich die Planung und ich kann sagen, manchmal war es nicht leicht, drei Leute unter einen Hut zu bringen. Aber irgendwie schaffte ich es dann doch. Daniela hatte leider nicht so viel Zeit zur Verfügung wie Tanja und ich, aber ich wollte nicht nach Arizona fliegen und gleich zur Ranch fahren. So kam Daniela erst ein paar Tage später in Arizona an und mußte auch schon eine Woche früher nach Hause.

Im Dezember buchte ich unsere Flüge nach Phoenix, Arizona. Kurz darauf bekam ich Internetzugang und nun hätte ich am liebsten alles wieder total neu organisiert, aber dann beließ ich es doch bei "Plan A". Im Februar erhielt ich eine e-Mail... "Ich wohne in Arizona, habe einen Hund und ein Pferd... schreib' doch mal..."... Tja, warum auch nicht? Und so lernte ich Dan'l kennen, der inzwischen mein bester Freund ist. Dreimal dürft ihr raten, wo er wohnt... Bingo!!! Phoenix, Arizona. So gab es gleich die Möglichkeit, ihn persönlich kennen zu lernen.

Tanja wollte nur so ganz grob die Reiseplanung wissen. Ranch in Arizona, Grand Canyon, Monument Valley, Schively Ranch in Montana... das reichte ihr. Die "Feinplanung" überließ sie voll und ganz mir. Als sie dann doch kurz vor der Landung fragte, wie wir denn eigentlich zum Hotel kommen, sagte ich, daß wir abgeholt werden. "Ah, ja. Shuttle?" ... "Hmmm... so was ähnliches." Tanja wunderte sich nur, daß ich ständig auf die Uhr schaute und die Stunden und dann die Minuten bis zur Landung zählte. Und noch mehr wunderte sie sich, als mir der vermeintliche Shuttle-Chauffeur gleich zur Begrüßung um den Hals fiel...

Irgendwie war es schon ulkig, jemandem so gegenüber zu stehen, mit dem man sich 6 1/2 Monate per Internet unterhalten hat. Dan'l hatte den großen Pickup von der Firma dabei, da konnte er uns samt Reisegepäck zum Hotel bringen. Seinen Hund Brianna hatte er zu Hause gelassen, er sagte, es wäre zu warm, sie im Auto warten zu lassen. Als wir dann aus dem klimatisierten Flughafen raus kamen konnten wir das verstehen... 1. September, gegen 19 Uhr ... 45 Grad Celsius!!!

Dan'l mußte den Firmentruck weg bringen, das gab uns Zeit, unser Zimmer zu beziehen, zu duschen und ein kurzes Nickerchen zu machen. Als das Telefon klingelte schreckten wir hoch. Waren es ja nicht gewöhnt, angerufen zu werden. Es war Dan'l... wir sollten uns in die Spur schwingen, er wäre gleich da... Wir sind essen gegangen und haben einen gemütlichen Abend zusammen verbracht.

Unser erster Urlaubstag in Arizona wurde unvergeßlich für uns. Dan'l holte uns im Hotel ab und fuhr mit uns zum Frühstücken... War "nur so 60 Meilen" ... Sein Hund Brianna wollte Tanja erst nicht in den Jeep lassen, aber dann hatte sie schnell kapiert, daß wir Freunde sind. Nach dem Frühstück gingen wir auf eine wunderschöne Jeeptour. Fragt mich nicht, wo genau wir überall waren. Es war SUPER... Die Tour ging in Richtung Camp Verde/Sedona...

Tanja versucht, in den Jeep zu krauchen Dan'l & sein Hund Brianna

Brianna

Am zweiten Tag in Phoenix gab es dann etwas ganz Besonderes: REGEN, REGEN, REGEN! Wofür WIR uns aber garnicht so begeistern konnten. Aber wenigstens war es nun nicht mehr so heiß.
Wir fuhren rüber nach Old Town Scottsdale und machten die Western Stores unsicher. Nachmittags trafen wir uns mit Dan'l, gingen zusammen essen und dann zeigte uns Dan'l noch ein bißchen von der Stadt. Leider mußte er immer schon ziemlich früh auf Arbeit, so konnten wir abends nicht viel unternehmen. Aber Dan'l sah zu, daß er so viel Zeit wie möglich mit uns verbringen konnte.

Dann kam das Wochenende...
Freitag vormittags sammelte uns ein Fahrer von Tom's Shuttle Service ein und brachte uns nach Wickenburg, wo wir unser Zimmer im "Best Western Rancho Grande" bezogen. Ein Besuch in diversen Western Stores, ein Stadt-Bummel, dann verzogen wir uns an den Pool.

Gegen Abend kamen Dan'l und Brianna nach Wickenburg. Sie holten mich ab zum Zelten. Tanja blieb allein im Hotel zurück. Wir hatten nicht viel Zeit zum einkaufen, Platz zum zelten suchen, alles aufbauen, da war es auch schon dunkel. Wir hatten Feuerholz für ein Lagerfeuer gesucht, aber Brianna spielte lieber mit dem Holz. Und da es eine klare Nacht war, der Mond und unzählige Sterne leuchteten, verzichteten wir auf das Lagerfeuer. Brianna sorgte noch für Aufregung: beim Spielen rannte sie in einen Kaktus, wollte den pieksenden Kaktusball von ihrem Bein weg beißen und hatte so das ganze Maul voller Kaktusstacheln. Und wir waren erst mal damit beschäftigt, der armen Brianna die Stacheln aus Gaumen, Zunge und dem Gesicht überhaupt rauszubasteln.

Tanja im Best Western rancho Grande in Wickenburg Eine Nacht in der Wüste im Zelt schlafen wenn man ein $90 - Zimmer in der nächsten Stadt gebucht hat, das ist schon verrückt. Aber was solls... Wir machten am Morgen noch eine kleine Jeeptour und kamen erst am Mittag zum Hotel zurück, wo wir Tanja am Pool (wo sonst!) fanden. Dan'l verabschiedete sich, wir packten unsere tausend Sachen zusammen, verstauten alles im Office und machten noch mal die Stadt unsicher.

Tanja im Best Western rancho Grande in Wickenburg

Das Museum ist sehenswert, den riesigen Double D Western Store und Ben's Saddlery sollte man unbedingt besuchen... am Nachmittag waren wir völlig fußlahm.

Das Restaurant "Berlin ", wo wir eigentlich essen wollten, hatte noch geschlossen. So landeten wir in einem kleinen, gemütlichen Cafe, dem "Pony Espresso ", wo wir Kaffee und Kuchen kauften, uns in eine Ecke zurück zogen. Während sich andere Gäste mit den ausgelegten Spielen beschäftigten und ich las schlief Tanja 'ne Runde in ihrem gemütlichen Sessel.

Abends saßen wir in der Hotelrezeption und lauerten auf Daniela. Natürlich hatte sie am Flughafen nicht daran gedacht, daß sie uns anrufen sollte. Ich fragte bei Tom nach und mir wurde gesagt, Daniela sei unterwegs nach Wickenburg. Nun war nur noch abzuwarten, ob die Ranchleute wie verabredet erscheinen. Bei Anrufen auf der Ranch hatte ich nur den Anrufbeantworter dran...

Dann fuhr ein Auto vor... Daniela war da! Kaum fuhr ihr Shuttle weg tauchte ein riesiger Pickup auf. Carrol und Roy von der Williams Ranch! Das gab vielleicht ein Hallo, daß alles so gut geklappt hat. Tja, Timing ist alles...

Inzwischen war es stockdunkel und so konnten wir leider nicht viel von der Landschaft sehen. Obwohl es nur ca. 16 Meilen bis zur Ranch ist brauchten wir mehr als eine Stunde. Kurz vor der Ankunft hörten wir, daß noch drei Frauen aus Deutschland da sind. WAS? NOCH MEHR DEUTSCHE? Wie waren erst mal nicht sehr begeistert.

Carrol und Roy setzten uns am Bunkhaus ab. Eigentlich hatten wir mit Abendbrot im Ranchhaus gerechnet, aber die anderen Gäste pennten schon und auch drüben im Ranchhaus war nach kurzer Zeit alles dunkel. Da wollten wir nicht stören, suchten unsere Keksvorräte zusammen und teilten schwesterlich.

Die Williams Ranch empfing uns mit einer stürmischen Nacht. Solch' ein Gewitter hatte ich überhaupt noch nicht erlebt. Und wir grübelten, ob wir am Bunkhaus einen Blitzableiter gesehen hatten. Nachschauen wollte allerdings keiner.

Am nächsten Morgen lernten wir Claudia und Regina kennen. Sie übernahmen es, uns in die Gepflogenheiten auf dieser Ranch einzuweisen. Unser Tagesplan fing so an: 6.30 Uhr auf 'ne Tasse Kaffee im Ranchhaus vorbei schauen, dann Pferde und Rinder in den Paddocks füttern. Anschließend gemütliches Frühstück mit der Familie mit Lagebesprechung für den Tag. WAS, NUR CA. 4 STUNDEN REITEN UND DANN ERST ABENDS WIEDER? Aber wir hatte nicht mit den Temperaturen gerechnet! Wir waren später heilfroh, wenn wir uns nachmittags in den Fluß packen und faulenzen konnten.

Die Williams Ranch ist keine der edlenGuest Ranches. Sonst hätten wir sie uns finanziell auch nicht leisten können! Carrol erzählte uns, daß sie die Ranch verkauft hatten und als sie die Ranch zurück kauften lebte eine Kommune von mehr als 60 Leuten auf der Ranch. Unglaublich, was die an Müll und alten Autos auf die Ranch geschleppt hatten. Keine Ahnung, wie die Leute es geschafft haben, Schulbusse und riesige Wohnwagen durch die Berge zur Ranch raus zu schaffen! Nun ist die Williams Familie damit beschäftigt, alles wieder zu entsorgen, Ordnung auf ihrer Ranch zu schaffen. Ich hatte mich auch schon schwer gewundert, wie eine Familie das Haus so ordentlich haben kann und im Hinterhof ein leichtes Chaos. Nun, wer sich davon nicht abschrecken läßt, der kann eine schöne Zeit auf der Ranch verleben.

Dann ging es endlich (!!!) zum ersten Ritt los. Da die Gästesaison noch nicht so richtig begonnen hatte waren nur wenige Pferde auf der Ranch. Aber kein Problem, für jeden etwas Passendes zu finden. Claudia ritt Switch, ein gutes, eifriges Ranchpferd. Und Regina, die vor dem Ranchurlaub nur ein paar Reitstunden genommen hatte, kam mit ihrem Twister auch gut klar. Tanja erwischte ein völliges Unikum: einen alten Tigerschecken. Ein RIESIGES Tier. Hieß nicht nur Sequoja sondern sah wirklich so stachlig aus. Daniela bekam eine nette Fuchsstute namens Dogood. Und mir wurde gesagt, ich könnte Tadpole reiten, eine kleine, kugelrunde Stute. Die machte erst mal etwas Streß beim einfangen, dann war sie aber lieb. Elaine, eine Verwandte, die grad' zum Helfen auf der Ranch war, ritt meine kleine Tadpole ein paar Runden und meinte, sie wäre ok. Dafür flippte ihre Chocopop dann aus und setzte Elaine in den Sand. Chocopop war erst 2 oder 3 Mal geritten worden und war so noch "etwas lustig drauf". Zum Glück ist Elaine nichts passiert. Aber sie hat uns in den nächsten Tagen gern beim Tore öffnen den Vortritt gelassen, sodaß wir dann schon lästerten: "Ja, am ersten Tag vom Pferd springen und dann braucht man keine Tore auf und zu machen...".

Von den Pferden waren wir begeistert. Sie meisterten das wirklich schwere Gelände ohne Probleme. Unsere eigenen Pferde hätten sich sicher alle Gräten gebrochen, wenn wir sie in diesem Gelände geritten hätten. Die "Arbeit" bestand hauptsächlich darin, Zäune und Tore zu checken, eine Kuh mit Kalb auf Abwegen brachte Tanja, Daniela und mich zu einem wilden Ritt über Stock und Stein (und Kaktus!!!), aber dann hatten wir die beiden, wo sie hin gehörten.

Claudia und Regina reisten nach einigen Tagen ab. Nun waren wir traurig, daß die nette Gesellschaft weg war. Wir waren 'ne dufte Truppe. Aber auch ohne die Beiden gab es noch viel Spaß. Inzwischen waren noch ein paar mehr Pferde angekommen und so konnten wir unseren "alten" Reittieren etwas Ruhe gönnen und auch mal das eine oder andere neue Roß ausprobieren. Tanja hatte viel Spaß mit Switch, Daniela ritt einen kleinen Palomino namens Snip und ich hatte den Twister für 2 Tage. Aber meine kleine Tadpole war doch das beste Pferd!

Hier auf der Williams Ranch erfüllte ich mir einen Traum... Rinder treiben durch einen Canyon mit Fluß... Durch das Wasser reiten, am sandigen Ufer entlang... Aber viel Zeit zum Träumen blieb uns nicht, dann wären die Rinder weg gewesen! Die Hunde leisteten unglaubliche Arbeit. Ohne sie hätten wir es sicher nicht geschafft.

Nach den Ritten hatten wir etwas Zeit zum Staub abkratzen, dann ging es zum Essen ins Ranchhaus. Die Nachmittage verbrachten wir im schattigen Bunkhaus oder liefen die paar Meter zum Fluß runter. Zum Schwimmen zu flach gab es aber eine schmale Stelle, wo die Felsen einen "natürlichen Whirlpool" bildeten. Und das wurde dann unser Stammplatz.

Abends, wenn es wieder etwas kühler wurde, waren wir wieder bei den Pferden. In der großen Arena durften wir mit unseren Pferden arbeiten, wann immer wir wollten. Es dauerte nicht lange und meine kleine Tadpole rannte nicht mehr wie von der Tarantel gestochen herum, wenn sie merkte, daß sie eingefangen werden sollte. War noch etwas zu tun ging es noch auf einen kleinen Ritt. Dann versorgten wir wieder die Tiere in den Paddocks und trafen uns anschließend zum gemeinsamen Abendessen. Carrol ist eine wundervolle Köchin und das Essen war einfach SUPER. Mit Schrecken dachten wir an die nächsten 2 Wochen bei Fastfood und Kneipenessen.

Hier nun einige Impressionen von der Ranch...

Der Hassayampa River, zum baden ideal und in großen Wasserlöchern kann man sogar schwimmen! Cowgirls teilen alles... :-) Tanja & Daniela mit Snip und Do Good Reitwege in Arizona Reitwege in Arizona Rast... mein Pferd Tadpole Noch'n Schluck gefällig? ein ex-Pferd... hmmm Cocopuff ist sehr verschmust...

Alles hat ein Ende und dann war es wieder Sonnabend und wir wurden nach Wickenburg zurück gebracht. Noch mal ein Besuch beim Westernstore, dann holte uns Tom's Shuttle Dienst wieder ab und brachte uns nach Phoenix. Wir sammelten unseren Mietwagen ein und zogen weiter in Richtung Montana... Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte...

Auf alle Fälle hat es uns auf der Ranch gut gefallen. So gut, daß ich im Winter 1998 gleich noch mal dort war. Auch im Winter 1999 habe ich eine Woche Station auf der Ranch gemacht. Und das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein. Carrol und Roy, vielen Dank für alles... Und BIS BALD!!!


Wie ging es weiter?

Per Mietwagen zum Grand Canyon (Arizona) ... weiter zum reiten im Monument Valley (Arizona) ... nach Durango (Colorado) ... mit der historischen Eisenbahn nach Silverton (Colorado) ... nach Steamboat Springs (Colorado) ... nach Laramie (Wyoming) ... nach Billings (Montana) ... 2 Wochen auf der Schively Ranch (Montana)

Und hier die Fotos...



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