Steffi & Gert auf der Williams Family Ranch, Arizona:

Williams Family Ranch, Wickenburg (AZ)

Nach 3 Wochen Urlaub mit meinem Freund Dan'l aus Sedona/Arizona in deutschen Landen hieß es endlich (!!!) wieder: "GO WEST! ". Von Berlin über Frankfurt, Chiago ging es nach Phoenix. Dort holten wir uns einen Mietwagen (günstige Preise bei ATS Travel) und fuhren nach Sedona, wo Dan'l seit ein paar Monaten mit Hund Brianna und Araberstute Tina lebt. Hier verbrachte ich meine erste Urlaubswoche, ritt mit Tina auf den Trails des benachbarten Kachina Stables, besuchte einige der zahlreichen Galerien in Sedona, bastelte an diversen Internetseiten und hatte reichlich Streß, weil durch das Umladen der Webseiten auf einen neuen Server bei Strato die wichtigste Webseite, an der ich grad' arbeite (Paddys Paddock) völlig zerstört wurde.


Es war eine abenteuerliche Woche, besonders weil ich nur Auto fahre, wenn ich mal in den Staaten bin und so mit "minus 10" Fahrkenntnissen in der Stadt und in den Bergen rum gondelte. Die Fahrt nach Phoenix war ok, ich gab den Mietwagen am Flughafen ab, traf mich mit Gert. "Plan A" war, daß wir ein Shuttle nach Wickenburg nehmen, dort übernachten, vormittags noch etwas in der Stadt rum bummeln und mittags von Carrol Williams für eine Woche Urlaub auf ihrer kleinen Cattle Ranch abgeholt werden.


Was schief gehen konnte schien erst mal schief zu gehen. Ich hatte ein Hotel in Wickenburg kontaktet und keine Antwort bekommen. Hmmm... Tom vom Shuttle Service schickte keine Bestätigung, daß er uns abholen läßt, Gert meldete sich nicht noch mal, Carrol war telefonisch nicht zu erreichen und auf die e-Mails an ihre Tochter kam auch keine Antwort.


Kurz vor der Abreise von Sedona buchte ich uns kurz entschlossen in's "Super 8" Motel von Wickenburg ein, wo ich Dank meiner VIP Karte auch noch 10% Rabatt bekomme. Und ich erhielt eine e-Mail von Tom, daß sie uns abholen. Dann fuhr ich sozusagen "auf blauen Dunst" nach Phoenix und hoffte, daß alles klappt.


Phoenix Sky Harbor... 17.47 Uhr. Unglaublich! Gert ist wirklich da. Auch alle möglichen Leute von Shuttle Diensten. Nur keiner von Tom. Hmmm... vielleicht beim Baggage Claim. Und dort war er dann auch, mit einem Schild, auf dem Gert's Name stand. Wir sammelten Gert's Gepäck ein und los ging es nach Wickenburg. Leider war es inzwischen stockdunkel, sodaß wir von der Landschaft nicht viel mitbekamen.


Unser Hotel war richtig nett im Western style01 eingerichtet. Und was das beste war: wir konnten das Telefon abklinken und über die Leitung online gehen, da Gert einen Computer mitschleppte. Nun ja, viel zu schleppen gab es nicht an dem kleinen Sony Lap"top".


Wieder versuchte ich vergeblich, Carrol oder Marie zu erreichen. Erst am nächsten Morgen erwischte ich Rob, Carrols Enkel, am Funktelefon. Er sagte, daß das Telefon auf der Ranch kaputt ist. Aber Carrol wollte mittags in die Satdt, uns abholen. War ich erleichtert!!! Der Stadtbummel am Vormitag fiel dann aus, weil Gert noch einige geschäftliche Sachen zu erledigen hatte, die er eigentlich auf der Ranch erledigen wollte. Aber: Kein Telefon, kein Internet. Pech.


Wir schafften es dann grade noch, zum Double D Western Store zu fahren und ein paar Einkäufe zu erledigen. Die Welt ist ein Dorf: Wir hatten wieder Terri als Fahrer, sie sah mich und sagt: "Ich kenne Dich!" (vom Herbst 1998).


12 Uhr mittags... wir waren wieder im Hotel. Und pünktlich auf die Minute kam Carrol an. Sie fragte, ob es ok wäre, wenn sie noch ein paar Einkäufe erledigt. Was uns natürlich freute, da wir so doch noch die Chance hatten, ein paar Geschäfte in der Stadt zu sehen und Wein, Obst und was zu knabbern einkaufen konnten.

Carrol beim Telefonieren

Dann ging es endlich zur Ranch raus. Nur 16 Meilen, aber wir brauchten 1,5 Stunden. Vor einigen Wochen hatte es eine Überschwemmung gegeben und die ansonsten kleinen Bäche hatten einen großen Teil der Straße weg geschwemmt. Wir hatten keinen Pickup mit Vierradantrieb, da hatte Carrol manchmal ganz schön zu tun, um uns Hänge hoch oder durch Sandstrecken zu bringen. Nun wußten wir auch, warum sie gesagt hat, daß sie die Strecke nicht im Dunkeln fahren möchte. Auf dem letzten Berg vor dem Ranchhaus wurde zum telefonieren angehalten. Denn NUR DORT bekam man mit Carrols Funktelefon eine Verbindung.


Tadpole Als wir auf der Ranch angekommen sind besuchten wir als erstes die Pferde im Korral. Viele alte Bekannte... die Hengste Drifter und Micky, und vor allem meine "Knutschkuller" Tadpole, eine kleine, kugelrunde QH Stute. Dann richteten wir uns in unserem Zimmer im Bunkhaus wohnlich ein. Wir hätten uns auch gleich auf die Rösser stürzen können, beschlossen aber, alles schön gemütlich anzugehen.


Tag 2 auf der Ranch: Wir hatten gesagt, daß wir frühs mit füttern helfen wollen. Also trafen wir uns gegen 7.30 Uhr im Ranchhaus, schlürften eine Tasse Kaffee, gingen zum Korral, versorgten Pferde und Kühe, dann ging es zurück zum Ranchhaus zu einem so umfangreichen Frühstück, daß man danach eigentlich am liebsten schon wieder Siesta gehalten hätte. Aber wir wollten ja auch reiten!


Carrol ging mit uns auf einen fünfstündigen Ritt, ein paar Wasserstellen kontrollieren, dann zeigte sie uns eine alte Mine. "Heimwärts wird's etwas steil. ", sagte Carrol. Und es WURDE steil. Unsere Pferde in Deutschland hätten sich alle Gräten gebrochen, aber Tadpole, Twister und Dogood arbeiteten sich ganz ruhig über Fels und Geröll den Berg runter.


Carrol verwöhnte uns anschließend wieder mit ihren tollen Kochkünsten. Ohne zu übertreiben, das Essen auf der Williams Ranch ist besser als auf allen anderen Ranches, die ich je besucht habe! Und da meist nur 2-4 Gäste auf der Ranch sind ist die Atmosphäre sehr familiär. Kein Massenbetrieb, keine abgestumpften Touristikpferde.


Wochenende! Roy Williams und seine Enkel Rob, Travis und Diane kamen zur Ranch. Nun war "richtig arbeiten" angesagt. Einen Bullen, Kühe und Kälber sortieren, verladen. Drei Kühe und ein Kalb sollten auf eine Weide getrieben werden. Eigentlich kein Problem für 4 Reiter. Rob hatte das Kalb vor sich auf dem Sattel, da es zu jung war, um das Tempo mitzuhalten. Dann flippten aber die Hunde aus, als eine Kuh zurück wollte, zu ihrem Kalb, das im Trailer war. Und so kamen wir zu einem rasanten Ritt. Beim zweiten Versuch, die Kühe zur vorgesehenen Weide zu bringen hatte ich dann das Kalb vor mir im Sattel. Meine kleine Tadpole guckte erst ewas mißtrauisch, aber dann war's ok. Zum Glück! Ich hatte Nullbock auf Rodeo!


Diane Gert fuhr mit Roy und seinem Enkel Rob Roy nach Wickenburg, Carrol nahm mich und die Kinder Travis und Diane mit auf einen gemütlichen Ritt, bei dem wir ein paar Gates kontrollierten.


Sonntag. "Plan A" war: wir bringen 4 Salzblöcke in die Berge. 5 Stunden reiten. Roy hatte eine Stute als Packpferd in den Korral gebracht. Wir machten unsere Pferde fertig, Roy sattelte Twister, dann wollte er die Stute bepacken. Sie hatte aber entschieden was dagegen. Kaum waren 2 Salzblöcke auf dem Metallhalter des Packsattels lieferte uns die Stute eine rodeoreife Vorstellung. Woraufhin Roy es mit einer Halterung aus halben Autoreifen versuchte. Wieder Rodeo. Schließlich konnten wir aufbrechen. Mit der Halterung aus Autoreifen und mit nur 2 Salzblöcken schien alles ok zu sein. Bis Travis zu nah an die Stute ran ritt, als er vorbei wollte, um des Gate zu öffnen. Und wieder: RODEO!!! Dieses Mal hatte Roy gut zu tun, die Stute wieder einzufangen, denn wir waren ja schon aus den Korrals raus. Aber dann war sie doch eingefangen, wieder beladen. Und nun hatte sie wohl auch von der Bockerei genug, jedenfalls lief sie ganz brav hinter Twister und machte keine Probleme mehr. Das hätte auch heikel werden können, auf den steilen Bergpfaden. Wir waren alle froh, als wir heil und unversehrt wieder zu Hause waren.


Da Rob und Roy am Montag wieder in der Stadt zur Arbeit waren ritt Carrol mit uns aus. Diane wollte ihr eigenes Pferd Cocopuff reiten, aber Carrol war das etwas zu unsicher. So gab sie Diane den Wallach Twister. Wir wollten einen Zaun checken, der durch den Hassayampa River führt. Der Ritt führte durch ein herrliches Tal, immer am Fluß entlang. Alles verlief bestens... bis Twister im Trab auf eine Stelle mit tiefem Sand traf. Kopf runter... Rodeo! Nach 4 oder 5 Sprüngen konnte sich Diane nicht mehr halten und sauste in den Sand. Sie hätte sich keine bessere Stelle aussuchen können! Als wir sahen, daß sie ok ist haben wir alle herrlich gelacht. Sie kletterte auf ihren Twister und ritt weiter... bis zur nächsten Stelle mit weichem Sand. Twister bockte und sie lag unten. Hmmm... Und sie stieg wieder auf. Was soll ich sagen: wieder weicher Sand... und Diane lag zum dritten Mal unten. Da hatte Carrol die Faxen dicke, wir sattelten um, Diane konnte nun doch ihr eignes Pferd reiten und Carrol saß auf Twister, der sich nun hütete, auch nur den kleinsten Hopser zu machen. Und Diane flitzte mit ihrem Pferd in der Gegend rum.


Abends schauten wir uns ein Video an, tranken ein Glas Rotwein. Da kam Rob nach Hause. Carrol sagte, Diane sollte Rob nichts von ihrem "Glück" sagen, er würde sie ansonsten die ganze Woche damit aufziehen. Wir waren noch so am kichern und giggeln, als Rob ins Haus kam, er dachte, wir hätten die ganze Gallone Rotwein ausgesüffelt. Aber an dem Abend brauchten wir keinen Alkohol, um uns über unsere Tageserlebnisse scheckig zu lachen. Natürlich konnten wir nicht "dicht halten" und auch Rob mußte lachen.


Dienstag, Rob ist wieder in der Stadt, Carrol und Gert sind zum telefonieren auf dem Berg. Ich habe nun endlich mal Gert's Computer zur Verfügung und kann diesen ersten Teil des Reiseberichtsrein hacken... :-)


Gert Und so verbrachten wir eine tolle, gemütliche Woche auf der Ranch. Gert ritt seite Dogood und ich war mit meiner kleinen Tadpole unterwegs. Gegen Ende unseres Urlaubs bereiteten wir die Ranch für die Weihnachtsferien vor: alle Tiere wurden noch mal gecheckt, die Futterplätze bestückt, einige Pferde zu anderen Weiden gebracht.


Aber jeder Urlaub hat sein Ende. Die Fahrt nach Wickenburg war ziemlich abenteuerlich:
Carrol fuhr den Pickup und hielt zwischendurch auf dem Berg, um zu telefonieren, ich hatte meine Videokamera in Gang, um die tolle Landschaft noch mal einzufangen und Gert hackte seinen Reisebericht in den Computer. Das ganze im tiefsten Arizona, in den Bergen... eine wahrlich seltsame Truppe. Und die Ladung unseres Pickups war ebenso putzig: Gert's 2 große Reisetaschen mit Reit- und Tauchsachen, meine 2 Reisetaschen, das Gepäck von weiteren 3 Leuten, je 4 Sättel, Satteldecken, Trensen. Und ganz obendrauf 2 Hunde und 2 Enkelkinder von Carrol, die uns den größten Teil der Fahrt mit Weihnachtsliedern unterhielten, "Rudi the red nosed reindeer" grölten... So gab es keinen trübsinnigen Abschied sondern viel Spaß.


Gerd und ich fuhren per Shuttle nach Phoenix, seine Reise führte ihn weiter nach Mexico zum tauchen, ich schnappte mir den Shuttle nach Sedona und fuhr wieder zu meinem Freund... Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte... * grins *.




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