MISSOURI FOXTROTTER IN SACHSEN
Ein Reisebericht aus deutschen Landen! - Teil 2

Die Missouri Foxtrotter sind jetzt auf dem Louisenhof zu finden!

Tag 1: Freitag
Berlin, knallheiß... wieder mal eine (fast) durch gemachte Nacht, frühs musste ich noch ein paar wichtige Mails raus schicken und... oooops... weg war meine Bahn zum Bahnhof Zoo. Aber da der ICE auch am Ostbahnhof halten sollte war das alles kein Problem. Einmal mehr umsteigen, was soll's...

Leipzig... warm... ich schaffe grad' so meinen Anschluss und werde in einer Regionalbahn gemütlich in Richtung Osten kutschiert.

Nossen... bewölkt... ich suche meine Jacke aus der Reisetasche und denke mir: "Nein, nicht schon wieder!". Wer meinen ersten Hof Andrä-Reisebericht gelesen hat, der weiß, was ich meine.

Im Taxi erst mal Aufregung: "Welche Strecke fahren wir?" ... Etliche Strassen sind wegen Bauarbeiten gesperrt. Anita ist nicht zu erreichen, Barbara ist zwar nicht auf dem Hof, aber per Handy erreichbar und sie verrät uns die beste Anreise. AUA, 17 Euro anstatt 12 Euro… dämliche Baustellen!!!

Hof Andrä... Nieselregen… keiner zu Hause, ich packe meine Reisetasche in den Flur und mache mich auf die Suche.

Gleich beim ersten Anlaufpunkt habe ich Erfolg, ich höre Stimmen am Reitplatz. Und da waren sie dann, Frank, den ich schon von meinen vorherigen Besuchen kannte, ein Ehepaar aus dem Pott, das ganz kurzfristig auf ein paar Reiturlaubs-Tage auf den Hof gekommen ist, Anita, die mit meinem Lieblingspferd Dusty noch ein paar Runden auf dem Reitplatz drehte.

Kurze Begrüßung, es stellte sich heraus, dass die Leute aus dem Pott ohne Voranmeldung aufgetaucht waren und in "mein" Gästezimmer einquartiert wurden… Hmmm…

Anita sagte: "Da musst Du jetzt leider in die Ferienwohnung ziehen." … KLASSE!!! Wohnzimmer, Küche, zwei Zimmer, Bad, alles für mich alleine! Und eine ganze Bande Katzen lungerte im Vorzimmer herum :-) … cool

Ich habe geholfen, Dusty fertig zu machen, bin dann mit ihr und Anita zur Weide gegangen. Super, wie sich Sternchen, das Fohlen vom letzten Jahr, heraus gemacht hat. Total süß, die 2005er Fohlen und die neue Jungstute... Wir waren am Schauen und Quatschen… auf einmal: Wolkenbruch… aua!

Als wir auf dem Hof ankamen waren wir schon pitschnass. Ich hab’ erst mal geduscht und habe dann mein Zimmer eingeräumt. Am späten Nachmittag bin ich dann mit Anita wieder auf die Weide, zum abäppeln. Dann gab’s eine Foto-Session im Nieselregen. Abends sind wir dann mit Kind und Kegel zum Italiener gefahren. Wieder zu Hause angekommen wollte ich mir eigentlich noch eine DVD rein ziehen, aber ich hatte einen sauberen Frischluftschock und bin gleich ins Bett gefallen. Feierabend…

Tag 2: Sonnabend
8 Uhr Frühstück, ich war sogar pünktlich. Dann habe ich Dusty von der Weide geholt. Die Frau aus dem Pott hatte eine Stunde Bodenarbeit gebucht und ich schaute zu. War sehr interessant. Dann war packen angesagt, Fotoausrüstung, Regensachen (man ist ja vorsichtig geworden). Dusty und Booger würden auf den Hänger geschmissen und dann ging es mit Anita, Frank, seiner Frau Grit und Dackel Benny zum Isländer-Gestüt "Haselhof", wo Frank und Anita in einer Vorführung von Gangpferden mit reiten sollten.

Dort angekommen hatten wir strahlenden Sonnenschein, die Vorführungen waren interessant, Anita ist da bekannt "wie’n bunter Hund". Ich hab’ unheimlich viele Fotos gemacht und immer schön auf die Pferde aufgepasst, wenn Anita oder Frank mal was anderes vor hatten.

Abends waren wir wieder zu Hause. Peter, Wolfgang und die Kids waren den ganzen Tag fleißig, Gerüste auf und ab zu bauen und die Fassaden vom Wohnhaus zu streichen. Anstatt braun weiß sind die Fassaden nun in einem warmen Ocker-Ton. Sieht klasse aus!

Konnte abends auf Anitas PC meine Mails checken… AUA! Ich hatte eine Buchung laufen und da war einiges schief gegangen. Also war "reparieren" angesagt. Telefonieren nach USA, online recherchieren, gegen 23 Uhr hatte ich alles im Griff. Schade, ich hatte mir den Abend auch anders vorgestellt, aber was soll’s. Job ist Job…

Tag 3: Sonntag
ENDLICH REITEN!!! Während Anita zwei Mädels unterrichtete konnte ich mit Memie und dem Fohlen in den Roundpen. Memie erwartete wohl einen Ausritt und lief mit einem dicken Grinsen vom Hof, was ihr aber glatt weg rutschte, als ich nach rechts zum Reitplatz abbog. Arme Memie.

Es hat Spaß gemacht, obwohl uns das Fohlen manchmal arg ausbremste. Am Lustigsten war es, als Memie sich in einen Galopp schummelte, saubequem, ohne irgendeinen Wurf drin, wohl in der Hoffnung, dass ich es nicht merke und denke, sie ist noch am Walken.

Frank und Grit kamen nachmittags vorbei, eigentlich wollte Anita mit kommen, aber dann hat sie uns doch allein los geschickt * wunder *.
Frank ritt Lady, eine der Neuerwerbungen. Ein echtes Renntier. Grit hatte Bunny, die gelegentlich mal einen kleinen Seitenhüpfer machte, aber nichts, was einen in Platzangst bringen konnte.

Ich hatte (endlich!!!) wieder meine heißgeliebte Dusty unter dem Sattel, die aber Tempo-mäßig mit Lady und Bunny nicht mithalten konnte. Während die beiden im Foxtrott gingen mussten wir immer mal wieder im Galopp hinterher. Was aber auch Spaß machte, da Dusty überhaupt nicht hektisch wurde und einen butterweichen Galopp hat.

Abends kam Barbara von ihrem Bodenarbeits-Kurs zurück.

Tag 4: Montag
7:30 Uhr Frühstück, AUA… aber ich hatte keine Lust, alleine zu frühstücken, so wanderte ich rüber zur Wohnung von Anita und Peter.
Am Vormittag half ich Anita den Deckhengst Harry zu holen, der zwei Stuten decken sollte. Gegen Mittag zogen wir dann los.

Ich hatte zum ersten Mal Bunny, ein "Sofa mit vier Beinen und Turbo-Antrieb". Als Grit mit Bunny unterwegs war hatte ich schon mal geschaut, wo Bunny mal ein kleines Sätzchen macht, wo sie guckig ist. Und so machten wir einen wunderschönen Ausritt, Anita mit Booger und ich mit der Turbo-Bunny. Bei einem netten Restaurant machten wir eine Mittagspause und waren am späten Nachmittag wieder zu Hause.

Peter war am Tor bauen und ich fragte, ob ich helfen kann. "Ach nee, ist schon ok.". Ich fing dann einfach an, gegen zu halten, als Peter nagelte… * grins * … Das hat dann wohl doch etwas geholfen, jedenfalls wurde ich gleich für den zweiten Torflügel "zwangsverpflichtet".

Tag 5: Dienstag
"Plan A" war ein Halbtagesritt, aber es regnete und regnete, so vergammelte ich den Tag am Computer und am Nachmittag bekam Anita eine Computer-Stunde.

Tag 6: Mittwoch
Endlich wieder gutes Wetter…Anita hatte 13 Uhr einen Termin in der Schule, also zogen wir ziemlich früh los. Anita wieder mit Booger und ich mit Bunny. Ein klasse Ritt, unterwegs wurden wir allerdings von einem Förster weitab der Reitwege angetroffen. Er war aber sehr nett und so kamen wir mit einer Verwarnung davon. Endlos lange Galopps, super Landschaft, dann immer mal wieder durch ein Dorf… die Ritte mit Anita waren echt klasse!

Wieder zu Hause angekommen habe ich Bunny und Booger versorgt und Anita ging zu ihrem Schul-Termin. Am Nachmittag hatte Barbara zwei Reitmädels da, sie ritten Bunny und Dusty. Ich holte mir Memie und ihr Fohlen Muchacho.

Memie war voll der Meinung, es geht auf den Reitplatz und als ich vom Hof ritt bog sie nach rechts ab, in Richtung Reitplatz. Wie wunderte sie sich, als ich sie nach links lenkte. Sie bekam erst mal einen grübelnden Blick und dann blitzten ihre Augen, sie brummelte erfreut und wir zogen los, einen Feldweg entlang, dann einen Wiesenweg bis zum Waldrand.

Auf dem steinigen Feldweg streikte Muchacho etwas, das war wohl etwas anstrengend für seine kleinen Hüfchen. Also machten wir ein paar Pausen. Dann auf dem Wiesenweg walkte er lustig neben Memie her. Am Waldrand entlang wurde es Memie etwas langweilig und sie versuchte, sich in Galopp zu schummeln. Die kleine Rennmaschine bergab laufen lassen, mit Fohlen als Handpferd? Nein danke.

Aber als es dann wieder geradeaus und dann bergan ging, da habe ich Memie laufen lassen und das Fohlen blieb immer neben uns, wie angeschweißt. Klasse!!!

Dann wieder Feldweg… Wieder mit ein paar Pausen wegen der Fohlenhufe. Als wir auf gerade Strasse kamen ließ ich Memie walken und das Fohlen walkte munter neben uns her. Barbara war noch auf dem Reitplatz und Anita am abäppeln, beide guckten sehr beeindruckt.

Super Timing, als ich Memie und Muchacho wieder auf die Koppel verfrachtet hatte, da rief mich Peter zum Torbau ran. Abends war ich dann bei Barbara und Wolfgang, zum quatschen und Computer basteln.

Tag 7: Donnerstag
Letzter Tag…Es reizte mich zwar sehr, Bunny noch mal zu nehmen, Memie konnte man noch nicht auf einen langen Ritt nehmen, das wäre zu anstrengend für das Fohlen, aber ich wollte auch noch mal mit meiner Lieblings-Dusty um die Häuser ziehen. Also nahm Anita die Bunny und ich Dusty. Wieder ein klasse Ritt. Wir machten eine Futterpause in einer Baude und kaum angekommen fing es an zu regnen. Die Pferde standen im Wald und waren kaum nass. Anita wollte noch etwas abwarten, aber dann fing es an zu donnern und wir machten uns schnell auf den Heimweg. Lieber etwas nass werden als im Gewitter über freie Flächen reiten müssen.

Wir waren wieder mal paddelnass, Barbara hatte uns schon Kaffee fertig gemacht und so setzten wir uns noch auf eine nette Runde ins Reiterstübchen. Wir hatten aber nicht allzu lange Zeit, ich musste noch die Fotos kopieren und dann packen. Anita fuhr mich zur Bahn und es ging weiter nach Karben (bei Frankfurt), wo ich den Thomas besuche. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…





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