Wolfgang auf Juriesfontein, South Africa
Nicht mehr im Angebot!

Reisebericht von Wolfgang Martin:

Dieser Bericht soll all denen eine ungefähre Vorstellung geben, die auch mit dem Gedanken spielen, für einige Wochen auf einer Ranch in Südafrika zu urlauben.

Nachdem ich 2003 mein Studium beendet hatte, kam der Wunsch auf nach Abenteuer. Nach dem gewissen Marlboro-Feeling, das einem vor jedem Kinofilm übermittelt wird. Und genau das wollte ich auch machen. Den gesamten Tag auf dem Pferd verbringen, Kühe hüten und abends nach getaner Arbeit am Lagerfeuer sitzen.

Letztes Jahr habe ich durch Zufall über eine Bekannte von Juriesfontein gehört. Die Ranch ist nahe Loxton, nördlich von Kapstadt gelegen und hat zur Zeit 6 Pferde. Nach einigen kurzen e-Mails mit Nicole, der Ranch-Besitzerin, stand dann auch bald fest, ich werde drei Wochen im November 2003 dort verbringen.

Urlaub auf einer Ranch in Südafrika, ein Traum wurde wahr, ich konnte es kaum glauben. Sehr entgegen kam mir das neue Programm der Ranch mit dem Namen "Working Sheep". Für nur 100 Euro pro Woche hilft man hier zwischen vier und sechs Stunden am Tag Schafe eintreiben, Zäune reparieren und vieles mehr rund um Schaf und Pferd, denn Juriesfontein ist eine Schaffarm mit etwa 6.000 der weißen Vierbeiner. Kühe gibt es keine, doch das war mir grade egal und im Nachhinein habe ich definitiv die richtige Entscheidung getroffen.

Die letzten Erledigungen wurden gemacht, im November ist es dort schon recht warm (gegensätzliche Jahreszeiten zu Deutschland ). Die Wochen vor der Abreise vergingen wie im Flug und schon ging es los.

Voller Erwartunten habe ich dann in Stuttgart mein Flugzeug bestiegen. Ungefähr elf Stunden später war ich in Kapstadt. Nicole und ihr Mann Ebie haben mich am Flughafen abgeholt. Nach sechsstündiger Autofahrt waren wir auf der Ranch. Ich wollte nur noch schlafen und das möglichst lang.

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon gleich richtig los. Nicole hat mir alles gezeigt, die Scher-Halle, Pferde, Schweine, Hunde, eben alles, was dazugehört. Sie hat mir alles übers Distanzreiten in Südafrika erklärt. Die Sportart hat mich schon immer fasziniert, obwohl ich es nie auf einen deutschen Ritt schaffte.

Nach reichhaltigem deutschen Frühstück gingen wir gemeinsam Schafe reinholen. Zusammen mit einem fest angestellten Team Schafarbeiter durfte ich helfen, die Wolltierchen zu entwurmen und gegen Zecken zu baden.

Das Essen ist abwechslungsreich und fantastisch. In den folgenden drei Wochen saß ich im Schnitt jeden zweiten Tag auf dem Pferd. Die Tage, an denen keine Pferdearbeit angesagt war, habe ich mir gegen Extragebühr Reitstunden bei Nicole genommen und das hat irre Spaß gemacht.

Bei der Schafarbeit habe ich außerdem Wassertränken und Windpumpen repariert, eventuell verletzte Schafe versorgt und einmal pro Woche die Sattelkammer gefegt (über eine saubere Sattelkammer freut sich Nicole am meisten) und sonstige Arbeiten die anfallen erledigt.

Viele Arbeiten müssen nicht jeden Tag gemacht werden: Zum Beispiel Tränken säubern, Zäune kontrollieren, Reitplatz und Roundpen misten u.a. Und je nach Jahreszeit kommen dann gewisse Arbeiten dazu, andere fallen weg. Alle acht Monate ist Scherzeit, dann geht es richtig rund, meint Nicole.

Im April kommen die kleinen Lämmchen. Habe mir fest vorgenommen meinen nächsten Urlaub im April wieder auf Juriesfontein zu verbringen. Diesmal dann als "relaxender" Urlauber. Zum Preis von 24 Euro pro Nacht bei Vollpension werde ich mich nächstes Mal zwanzig Stunden pro Tag in die Hängematte werfen..... überhaupt hat die Farm, schaut man ins Gästebuch, viele Wiederkommer.

Im Sommer geht es dann oft in die Berge zum übernachten dort. Eine Nacht pro Woche ist im Preis inbegriffen und es ist echt toll organisiert. Auf dem Berg schliefen wir in Schlafsäcken unter freiem Himmer bei zuvorigem Grillfeuer und Bier. Oder man fährt mit Nicole zu einem ihrer Distanzritte am Wochenende zum Zuschauen, helfen, oder, wenn man ein VDD Mitglied ist, um selbst zu reiten. Was man nun letztendlich macht, liegt an einem selbst. Ich bin z.B. auf einem Distanzritt mit gewesen. Das war für mich sehr interessant zu sehen wie in Südafrika Strecken bewältigt werden.Und nicht zuletzt wird Nicole euch immer helfen wenn ihr ein Problem habt. Sie weiß sehr viel über Grundarbeit mit Pferden und gibt euch klasse Unterricht und wertvolle Tipps.

Außerdem wird euch Nicole überall mit hin nehmen, ihr werdet also auch Land und Leute kennenlernen. Das war für mich das schönste und fast unbezahlbar, denn ein Reiseanbieter kann einem so etwas nicht zeigen. Man hat hier wirklich etwas vom Leben mitbekommen !

Es war wirklich eine unvergeßliche Zeit. Ihr werdet viel Spass haben. Denn es ist immer etwas los und man kann hier sehr viel erleben. Und das Gefühl nach getaner Arbeit auf einer Bank zu sitzen, in den Sonnenuntergang anzuschauen ist einfach unvergeßlich !!!

Ich habe es nicht eine Sekunde bereut hierher gekommen zu sein. Es waren drei super Wochen, die mich geprägt, verändert und mir einfach nur gut getan haben.

Wer sich nun auch in das Abenteuer Ranch wagen will, sollte sich bei Nicole melden.

Zum Ende möchte ich besonders Nicole danken. Du hast mir wirklich eine tolle Zeit geben. Ich hatte wirklich sehr viel Spass mit dir, vor allem bei unserem Vollmondritt.

Und all den Leuten die mir dort so über den Weg gelaufen sind will ich noch sagen, danke daß ihr mir die südafrikanische Kultur so nahegebracht habt. Denn durch euch kann ich nun sagen, ich habe ein wunderschönes Land mit super netten Leuten kennengelernt.

Wolfgang Martin





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